Rasen wässern verboten in Seedorf

Die Gemeinde Seedorf im Berner Seeland schränkt den Wasserverbrauch ein. Andernorts im Kanton Bern sind die Grundwasserreserven noch gut gefüllt.

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Bildlegende: Die Bevölkerung von Seedorf ist gebeten, ab sofort den Wasserverbrauch «so gering wie möglich zu halten». zvg

Der Gemeinde Seedorf im Berner Seeland macht die Trockenheit zu schaffen. Die gemeindeeigenen Quellen am Nordhang des Frienisbergs sowie das Pumpwerk von Aarberg liefern weniger Wasser, als zur Zeit gebraucht wird. Die Quellschüttungen sind auf 600 Liter pro Minute gesunken, der Verbrauch, insbesondere am Abend, liege aber bei 1500 Minutenliter, sagt Gemeindepräsident Hanspeter Heimberg. «Somit sind wir nicht mehr in der Lage, über Nacht die Reservoire zu füllen.»

«Der Nachbar ist der beste Polizist»

Die Gemeinde hat nun ein Flugblatt an alle Haushalte geschickt, in dem sie die Bevölkerung zum Wasser Sparen auffordert, wie Gemeindepräsident Heimberg einen Bericht des Bieler Tagblatts bestätigt. Gärten sollen nicht mehr bewässert werden, Vorplätze nicht mehr benetzt, Schwimmbäder nicht mehr gefüllt und Autos nicht mehr gewaschen. Kontrollen macht die Gemeinde keine. «Der Nachbar ist bei solchen Sachen der beste Polizist», sagt der Gemeindepräsident.

Auch die Landwirte müssen sich einschränken. Sie dürfen sich für die Bewässerung nicht mehr am Hydrantennetz bedienen. Wasser aus Bächen dürfen sie noch entnehmen, sofern die Restwassermenge nicht unterschritten wird.

«Kein kantonsweites Problem»

Der Kanton habe derzeit kein generelles Problem mit der Wasserversorgung, sagt Heinz Habegger, Vorsteher des Amtes für Wasser und Abfall des Kantons Bern. Weitere Fälle wie Seedorf seien ihm nicht zu Ohren gekommen. «Die Grundwasserspeicher sind noch gut gefüllt, weil wir im Mai starke Niederschläge hatten.»