Stadt Biel Romands in Biel sind unzufrieden

Die französischsprachigen Bielerinnen und Bieler fühlen sich gegenüber den Deutschsprachigen massiv benachteiligt. Betroffen sind dabei vor allem die Bereiche Wirtschaft und Ausbildung. Dies zeigt die breit angelegte Umfrage «Barometer der Zweisprachigkeit».

Bäckerei, die zweisprachig angeschrieben ist. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Biel: Die Zweisprachigkeit bewerten nicht alle in der Stadt nur positiv. Keystone

Die Französischsprachigen in der Stadt Biel sind unzufriedener als auch schon. Dies zeigt die neuste Online-Umfrage «Barometer der Zweisprachigkeit» bei rund 550 Bielerinnen und Bielern. 87 Prozent der Französischsprachigen geben an, sie fühlten sich nicht gleich behandelt wie ihre deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen – vor allem im Wirtschafts- und Ausbildungsbereich. Im Jahr 2008 waren es lediglich 50 Prozent.

Unterricht wird zweisprachig gewünscht

Einig sind sich sowohl deutsch- wie französischsprachige Bielerinnen und Bieler darüber, dass der Unterricht an den Schulen nach Möglichkeit zweisprachig sein müsste. Englisch als Ersatz für eine der beiden Lokalsprachen wird von den Teilnehmern der Umfrage deutlich abgelehnt (77 Prozent). Ein grosser Teil der befragten Bielerinnen und Bieler ist der Meinung, dass sich die Schulen nicht ausreichend für die Zweisprachigkeit einsetzen.

Der Bieler Bildungsdirektor Cédric Némitz betont, dass alle Schülerinnen und Schüler gleich behandelt werden sollen. «Wir wollen nicht eine Schule nur für die Besten.» Zudem hätten Deutschschweizer und Romands zwei unterschiedliche Lehrpläne – auch das eine Schwierigkeit.

Probleme bei der Stellensuche wegen Sprache

Aus der Studie ist unter anderem auch ersichtlich, dass Sprachkenntnisse der jeweils anderen Lokalsprache unterschiedlich gewichtet werden: Während 54 Prozent der Französischsprachigen angeben, wegen mangelnder Deutschkenntnisse bereits einmal auf Schwierigkeiten gestossen zu sein bei der Stellensuche, bemerken nur 16 Prozent der Deutschsprachigen dasselbe.

«  Es ist schwierig, Migros und Coop zu überzeugen auch welsche Lernende auszubilden. »

Erich Fehr
Stadtpräsident Biel

Für Stadtpräsident Erich Fehr ist klar, dass bei den Unternehmen noch etwas gehen muss. Es sei schwierig, die grossen Detailhändler Migros und Coop zu überzeugen, auch welsche Lernende auszubilden. Auch französischsprachige Plakatwerbung sehe man weniger häufig als deutschesprachige.

Im 2017 will die Stadt das Gespräch suchen mit Bieler und Bernjurassischen Unternehmen und herausfinden, wo der Schuh drückt.