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Legende: Audio Wie Sabine Amrhein Sterbeamme wurde. abspielen. Laufzeit 15:13 Minuten.
15:13 min, aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 16.12.2018.
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Sabine Amrhein «Habe plötzlich die Angst vor dem Tod verloren»

Was Sabine Amrhein macht, ist in der Schweiz einzigartig. Als einzige Frau ist sie in der Schweiz zertifizierte Sterbeamme. Das bedeutet, dass Sabine Amrhein genau das Gegenteil von einer Hebamme macht. Wo eine Hebamme ein Kind ins Leben führt, führt Sabine Amrhein die Menschen wieder aus dem Leben raus. Als Sterbeamme begleitet sie Betroffene in ihrem letzten Lebensabschnitt, versucht ihnen die Angst vor dem Tod zu nehmen.

Sabine Amrhein

Sabine Amrhein

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Zur Welt gekommen ist Sabine Amrhein 1976 in der Zentralschweiz. Sie lebte danach viele Jahre im Kanton Obwalden. Die Liebe führte sie 2016 nach Bern, wo sie 2018 ihre Praxis eröffnet hat. Zuletzt absolvierte sie die zweijährige Ausbildung zur Sterbeamme in Deutschland. Sabine Amrhein ist nicht nur Sterbeamme sie bietet in ihrer Praxis zum Beispiel auch geistliche Rückführungen im aktuellen oder in frühere Leben an. Dies zur Auflösung von gesundheitlichen oder zwischenmenschlichen Blockaden.

SRF News: Sie sind die einzige Sterbeamme der Schweiz, warum haben Sie sich für diesen Weg entschieden?

Sabine Amrhein: Das hat sich mit der Zeit so entwickelt. Ich hatte recht lange angst vor dem Tod. Danach erlebte ich einige Schicksalsschläge in meinem Leben, zum Beispiel eine schwere Krankheit.

Ich hatte recht lange Angst vor dem Tod

Dazu kamen zwei Nahtoderlebnisse. Die Ereignisse haben mich dann in diese Richtung gebracht, mich mit dem Thema Tod zu befassen. Irgendwann war dann der Entschluss da mich in diesem Bereich weiterzubilden und eine Ausbildung zu machen.

Sie wussten im ersten Moment nicht, dass die beiden Ereignisse, welche Sie angesprochen haben, Nahtoderlebnisse waren. Wie bemerkten Sie, dass es sich um ein solches Ereignis handelte?

Ich habe plötzlich die Angst vor dem Tod verloren. Im ersten Moment war ich unsicher, dann habe ich mich im Internet informiert und kam schnell auf das Thema Nahtoderfahrung. Ich bemerkte, dass es so etwas sein könnte. Vor allem hat das Ereignis mein Leben nachhaltig verändert. Ich habe begonnen alles in Frage zu stellen, für mich stimmte es einfach nicht mehr. Das ist ein deutliches Zeichen, dass es eine solche Erfahrung war. Wenn man nur träumt, macht man weiter wie vorher, bei einer Nahtoderfahrung eben nicht.

Sie haben als Sterbeamme auch eine klare Haltung wie es nach dem Tod weitergeht. Wie schaut diese Haltung aus?

Zu 100 Prozent kann ich es nicht sagen, aber ich bin sicher, dass man weiterlebt - einfach in einer anderen Form. Nicht wie jetzt in einem Fleischkörper, ich habe das Gefühl wir leben auf feinstofflicher Ebene weiter. Ich bin ganz sicher, dass ein Mensch so wie er stirbt weiterlebt. Mit allen Eigenschaften und allem was zu ihm gehört hat - alles bleibt erhalten. Ich hatte bei den Nahtoderfahrungen noch immer alle meine Gedanken, war immer noch mich selber, halt einfach nicht in meinem grobstofflichen Körper, sondern in einem feinstofflichen Körper.

Das Gespräch führte Reto Wiedmer.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Beim Tod geht es ja immer auch ums sterben der Persönlichkeit. Dessen der ich zu sein glaube und auch sein muss. Wenn der Teil der Persönlichkeit einmal stirbt - ob wirklich oder nur intellektuell geistig - bleibt das zurück was ist und das ich zugleich bin. Aus dieser Nackheit heraus kommt die Kraft. Die Selbst-Sicherheit das ich auch ohne Persönlichkeit bin. Danach geht die Angst vor dem Sterben verlohren. Es gibt also zwei Selbst-Verwiklichungen. Eine persönliche und eine geistige.
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