Sanierung Casino-Theater Burgdorf: Jetzt zahlen die Burger doch

Die 13,4 Millionen Franken teure Sanierung des Casino-Theaters Burgdorf ist einen wichtigen Schritt weiter. Die Burgergemeinde Burgdorf verzichtet nun doch auf ihr Ultimatum, dass die 4,5 Millionen der Burger nur fliessen, wenn der Verwaltungsratspräsident der Casino-Theater AG sein Amt verliert.

Fassade des Casino-Theaters Burgdorf Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Sanierung des Casino-Theaters Burgdorf kostet gut 13 Millionen Franken. SRF

Eigentlich hatte die Burgergemeinde längst beschlossen, an die Sanierung des Casino-Theaters Burgdorf einen Beitrag von 4,5 Millionen Franken zu leisten. Es ist etwa ein Drittel der Renovationskosten von 13,4 Millionen. Aber sie knüpften ihren Beitrag an eine personelle Bedingung. Das Geld fliesst nur, wenn Markus Grimm, ehemaliger Gemeinderat und Verwaltungsratspräsident der Casino-Theater Burgdorf AG, aus dem Verwaltungsrat ausscheidet.

Das Problem waren die Gebrüder Grimm

Der Grund dafür waren Befürchtungen, es könne in dieser millionenschweren Sache zu Interessenkonflikten kommen. Markus Grimm und der Burgerratspräsident Andreas Grimm sind Brüder. Aber nun ist das Ultimatum vom Tisch. Der Grund für die Umkehr ist, dass es einem Teil der Burgdorfer Burger nach diesem Entscheid nicht mehr wohl war und sie einen Wiedererwägungsantrag stellten. Weil der Burgerrat in nützlicher Frist auch keinen valablen Nachfolger für Markus Grimm präsentieren konnten, wurde die Suche eingestellt.

Mit dem Entscheid vom Mittwochabend, auf die Bedingung des Amtsverzichts von Markus Grimm zu verzichten, ist das Problem bis mindestens zur ordentlichen Generalversammlung der AG im November 2015 vom Tisch. Jetzt zahlen die Burger ohne das Präsidenten-Opfer bei der AG. Zu diesem Einlenken mag beigetragen haben, dass die Burger die Sanierung des Casino-Theaters grundsätzlich befürworten. Sie hat aus Kostengründen bereits ein Jahr Verspätung.

Scheitern abgewendet

Ohne die finanzielle Hilfe der Burgergemeinde wäre die, seit Jahren als dringlich eingestuften und nun bis zum Baugesuch vorangetriebenen Sanierung allerdings kläglich gescheitert. Nun muss noch der Burgdorfer Stadtrat den Kredit der Einwohnergemeinde formell beschliessen. Stadt und Burgergemeinde haben in der Casino-Theater Burgdorf AG eine Mehrheit von 84 Prozent.

Die Stadt war bei der Suche nach zusätzlichen Finanzen übrigens kreativ. Sie hat beim stadteigenen Energieversorger Localnet einige Millionen aus der Unternehmensreserve abgezogen, damit die Sanierung des Theaters überhaupt bezahlbar ist.