Verschmutzte Böden Sanierung zwischen Visp und Raron kostet Eigentümer nichts

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Durchbruch im Quecksilber-Dossier

2:34 min, aus Schweiz aktuell vom 6.9.2017
  • Die Böden im Walliser Talgrund sind zum Teil mit Quecksilber verseucht.
  • Eine Sanierung ist unumgänglich – unklar war, wer bezahlen muss.
  • Zwischen Raron und Visp müssen sich die Grundeigentümer nicht an den Kosten beteiligen.
  • Der Kanton Wallis, die Gemeinden Raron und Visp sowie das Chemieunternehmen kommen für die Kosten auf.
Zwei Männer auf einem Feld Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Experten untersuchen den Boden bei Visp – eine kostspielige Sache. Keystone

Der Kanton Wallis, die Gemeinden und das Chemieunternehmen Lonza haben sich geeinigt: Sie übernehmen die Kosten, die Bodeneigentümer sind aus dem Schneider. «Nun sind alle Rahmenbedingungen geklärt, die für den reibungslosen Ablauf der Sanierungsarbeiten nötig sind», steht in einer Mitteilung.

Wer genau wie viel bezahlen muss, ist aber noch unklar. Die Vereinbarung sieht aber ein Kostendach von 1,5 Millionen Franken für die Beteiligung des Kantons sowie von einer Million Franken für die Beteiligung der Gemeinden vor. Die Sanierung der verschmutzen Böden zwischen Raron und Visp soll noch in diesem Herbst beginnen.

Das Quecksilber stammt von der Lonza, die zwischen 1930 und 1970 den Grossgrundkanal mit industriellen Abwässern belastet hatte. Die Verschmutzung wurde Mitte 2010 bei Vorarbeiten für den Bau der Autobahn A9 entdeckt.

IG Quecksilber zufrieden

Die Anwohnervereinigung IG Quecksilber reagierte erfreut. Eine wichtige Forderung der Grundstücksbesitzer sei damit erfüllt worden. Die Bodeninhaber hätten nicht wissen können, dass das auf die Gärten ausgetragene Land des Grossgrundkanals mit Quecksilber verschmutzt gewesen sei. Noch ungeregelt sei die Entschädigung bezüglich der bislang geltenden Nutzungseinschränkungen für Gemüsegärten, Obstbäume oder den Gebrauch von Sitz- und Spielplätzen. Die IG Quecksilber habe der Lonza dafür einen «vernünftigen Vorschlag» unterbreitet.