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So verfahren ist die Situation zwischen Campern und Behörden
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Schliessung Platz in Gampelen Das Seeländer Campingherz blutet

Ein Infoabend über die Schliessung des TCS-Campingplatzes Fanel am Neuenburgersee wurde zum Ventil der Bevölkerung.

Über 400 Personen kamen am Dienstagabend zu einem Infoanlass über die Zukunft des TCS-Campingplatzes Fanel am Neuenburgersee. Bis auf den letzten Platz war die Mehrzweckhalle gefüllt.

Die meisten unter ihnen waren Camper, die zum Teil seit Jahrzehnten auf dem Campingplatz direkt am Neuenburgersee ihre Ferien verbringen. Dieser Idylle wird nun ein Ende gesetzt: Per 2024 wird der Platz aufgelöst.

Weshalb der Campingplatz geschlossen wird

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Das Land, auf dem der Campingplatz steht, gehört dem Kanton Bern. Der TCS hat das Land gepachtet und betreibt den Platz. Der Campingplatz Fanel wurde in den 1950er-Jahren gesetzeskonform erstellt.

Über die Jahrzehnte wurde das Gebiet jedoch mehrfach mit einer Schutzzone belegt. Unter anderem ist es ein Wasser- und Zugvogelreservat von internationaler Bedeutung, ein Auengebiet, ein Flachmoor und eine Moorlandschaft von nationaler Bedeutung. Daher tolerieren weder Umweltverbände noch der Bund weiterhin den Betrieb eines Campingplatzes in diesem Gebiet.

Die Anwesenden nutzten die Gelegenheit, um allen voran dem Kanton, der Gemeinde und dem TCS ihren Ärger abzuladen. Besonders Regierungsrätin Evi Allemann musste viel Kritik einstecken.

Was die Camperinnen und Camper wollen

Der Kanton solle sich stärker für den Erhalt des Campingplatzes einsetzen und sich gegen die Umweltverbände wehren. Die betroffenen Camper akzeptieren die Schliessung nicht.

Bei der Regierung haben sie bereits eine Petition mit über 19'300 Unterschriften für den Erhalt und Weiterbetrieb ihres Campingplatzes eingereicht. «Wir können nicht verstehen, weshalb der Campingplatz geschlossen wird, obwohl er gesetzeskonform erstellt wurde», so ein Camper.

Hier wird ein soziales Gefüge zerstört.
Autor: Camper

Regelmässig ernteten die Rednerinnen und Redner am Infoabend Applaus. «Die Verlegung ist nicht verhältnismässig», meinte ein Mann. Die Camper wollen auf juristischem und politischem Weg weiterkämpfen und sich im äussersten Fall auch gegen eine Zwangsräumung zur Wehr setzen.

Was nützt der Widerstand?

Die zuständige Regierungsrätin Evi Allemann musste sich über eine Stunde lang Kritik anhören. Nicht auf alle Voten hatte sie eine Antwort. Doch sie zeigte ihr Verständnis. Ohne Erfolg, mehrmals waren Pfiffe hörbar.

Wir müssen jetzt so aktiv wie möglich einen Ersatzstandort suchen.
Autor: Evi AllemannRegierungsrätin

Nach der Versammlung nahm sie gegenüber dem Regionaljournal Stellung: «Es wäre Sand in die Augen gestreut, wenn man jetzt wieder Hoffnung machen würde.» Stattdessen müsse man jetzt aktiv nach einem Ersatzstandort suchen, möglichst intensiv. Eine mögliche Lösung – 700 Meter vom See entfernt – wird zurzeit vom Kanton geprüft.

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