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Das Schloss Aarwangen ist eines von zwei Schlössern, das immer noch leer steht. Die Kantonsregierung will es einer Stiftung widmen.
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 12.02.2020.
abspielen. Laufzeit 11:05 Minuten.
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Schlösser im Kanton Bern Der Schloss-Ausverkauf geht weiter

Nur 15 statt 54 Millionen hat der Kanton mit dem Verkauf von Schlössern eingenommen. Er will aber weitere verkaufen.

Der Kanton Bern hat sich gutes Geld versprochen, als er vor über zehn Jahren mehrere Schlösser und Amtshäuser zum Verkauf angeboten hatte. Die historischen Gebäude brauchte er nicht mehr, weil die Verwaltung zentralisiert wurde – 21 Gebäude wurden überprüft – mit dem Verkauf wollte er 54 Millionen Franken verdienen.

Und er wollte sich so auch gleich vieler Sorgen entledigen. Mit dem Verkauf müsste er keine Betriebs- und Unterhaltskosten mehr zahlen. Die Rechnung ist nicht aufgegangen. Wie Recherchen des Regionaljournals zeigen, hat der Kanton statt 54 Millionen Franken nur 14,8 Millionen Franken eingenommen.

Nicht einmal ein Drittel des gewünschten Betrags ist zusammen gekommen. War der Kanton zu blauäugig? «Ja, man war sicher zu optimistisch», gibt der zuständige Regierungsrat Christoph Neuhaus zu. Man habe das Gefühl gehabt, es winke das ganz grosse Geld. Aber immerhin seien einige Gebäude verkauft und damit Unterhaltskosten gespart worden.

Neben den Schlössern hat der Kanton Bern auch ehemalige Amtshäuser zum Verkauf angeboten – rund die Hälfte der 21 Gebäude konnte er verkaufen – 9 blieben in seinem Besitz. 7 von ihnen nutzt er selber für seine Verwaltung. Im Schloss Fraubrunnen zum Beispiel ist die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde drin, im Schloss Wimmis die Waldabteilung.

Zwei Schlösser stehen leer

Die Schlösser Aarwangen und Trachselwald stehen jedoch leer. Das kostet den Kanton viel Unterhalt: jedes Jahr 92'000 Franken im Fall von Trachselwald; 78'000 Franken im Fall von Aarwangen. Beide Schlösser stehen zur Veräusserung, so Neuhaus: «Wenn aber viele Liegenschaften miteinander auf den Markt gelangen, reisst man sich nicht darum.»

Will der Kanton die Sorgen loswerden?

Weil kaum jemand ein Schloss kaufen will, wurden Schlösser – wie jene in Laupen, Burgdorf und wohl auch in Aarwangen – verschenkt oder gewidmet. Der Kanton erhielt also höchstens einen symbolischen Franken dafür. «Damit werden wir Unterhalt los und müssen weniger bezahlen», so Neuhaus. Darum geht der Schloss-Ausverkauf weiter.

Es tut sich etwas beim Schloss Aarwangen

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Seit 2012 das Regionalgericht ausgezogen ist, steht das Schloss Aarwangen leer. Es kostet den Kanton Bern jedes Jahr 78'000 Franken an Unterhalt. Der Kanton Bern wollte es erst für 3.7 Millionen Franken verkaufen, fand jedoch keinen Käufer. Auch für 1.3 Millionen Franken wollte das Schloss niemand haben. Nun ist die Kantonsregierung bereit, das Schloss einer Stiftung zu widmen – für einen symbolischen Franken. Die Bedingung: die Stiftung muss über genügend finanzielle Mittel verfügen, um das Schloss langfristig zu betreiben. 1.2 Millionen Franken seien gesichert, heisst es beim Förderverein Schloss Aarwangen. Er plant im Schloss ein Oberaargauer Zentrum für Wirtschaft, Kultur und Geschichte. Das Kantonsparlament muss dem noch zustimmen.

Der Kanton Bern überlegt sich, das Schloss Münchenwiler und die Burg Schlossberg bei La Neuveville zu verkaufen – beide würden den Kanton nur Geld kosten. Das Schloss im Wiler Münchenwiler sei zwar schön, aber der Kanton zahle doppelt so viel Unterhalt, als die 200'000 Franken, die ihm die Pächter bezahlen würden. Zudem sei seine geschichtliche Wichtigkeit minimal. In der Burg in La Neuveville vermietet der Kanton Wohnungen. «Ist das eine Aufgabe des Kantons?», fragt Neuhaus.

Hat der Kanton nichts gelernt?

Der Kanton Bern prüft also, zwei weitere Schlösser und auch die drei kantonseigenen Restaurants zu verkaufen – auch wenn der letzte Schloss-Verkauf nur einen Bruchteil des gewünschten Geldes einbrachte. «Wir konnten trotzdem sparen, indem wir die Verwaltung zentralisiert haben», meint Neuhaus. Zudem müsse der Kanton Bern sparen: «Das Geld wächst nicht auf den Bäumen oder in den Schlössern.»

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Für eine Privatperson ist so ein Schloss finanziell nicht tragbar. Ein Schloss hat viele Räume die gar nicht benutzt werden und der Unterhalt ist viel zu gross. Früher wohnten sehr viele Menschen in einem Schloss. So werden diese Schlösser zu Relikten der früheren Zeit.
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  • Kommentar von Daniel Schütz  (Daniel Schütz)
    Bei dem Sparen und Privatisieren dieser (Macht) Gebäude geht meiner Meinung die Symbolik vergessen. Dass in diesen Schlössern keine Fürsten mehr hausen welche über unser Leben bestimmen ist eine Errungenschaft der Revolution und Demokratie. Solche Gebäude müssen als Zeichen der Demokratie im Besitz der Öffentlichkeit bleiben, auch wenn durch den fortwährenden Privatisierungs-Wahn der Feudalismus am Auferstehen ist.
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  • Kommentar von Patrick Lohri  (Patrick Lohri)
    Wurde das Volk überhaupt gefragt ob historisches Kulturgut verscherbelt werden soll?
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