Schneearmer Winter ist ein Segen für die Gemeindekassen

Der Winter 2013/2014 hat kaum stattgefunden. Und damit blieben Schneepflüge und Salzstreuer über Wochen in der Garage. Die Gemeindekassen und der Kanton sparen damit enorm viel Geld.

Diesen Winter eher die Ausnahme als die Regel: Ein Mitarbeiter des Stadtberner Tiefbauamts beim Salzstreuen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Diesen Winter eher die Ausnahme als die Regel: Ein Mitarbeiter des Stadtberner Tiefbauamts beim Salzstreuen. Keystone

Die grosse Berner Oberländer Gemeinde Sigriswil mit ihren elf Dörfern und einem 170 Kilometer langen Strassennetz ist ein gutes Beispiel dafür, wie der Winterdienst in den Gemeindefinanzen durchschlägt.

«Für den strengen Winter 2012/2013 mussten wir einen Nachkredit von 100'000 Franken bewilligen, weil die Winterdienstkosten gegen eine Viertelmillion Franken gingen. Jetzt kommen wir sicher viel besser weg», sagt der Sigriswiler Gemeinderatspräsident Alfred Santschi. «Allerdings haben die Unternehmer kaum etwas zu tun, die für die Gemeinde pflügen und salzen, und damit verdienen sie nichts», das ist die Kehrseite des milden Winters.

Gleich tönt es aus Lyss: «Wir haben verglichen mit dem Vorjahr einen Viertel an Mann- und Maschinenstunden verbraucht», bilanziert Werkhofchef Roland Stalder. Auch der Kanton Bern profitiert. Die Autobahnwerkhöfe haben bisher 2000 Tonnen weniger Streusalz verbraucht, das sind rund 400'000 Franken weniger Ausgaben.

Grosser Brocken, kaum zu budgetieren

Der Winterdienst ist gerade bei kleinen Gemeinden ein Riesenposten, der kaum zu budgetieren ist. Genau das trifft jetzt auf der Südseite der Walliser Alpen ein, die diesen Winter sehr viel Schnee erhalten hat, im Gegensatz zum Bernbiet. «Das Budget reicht sicher nicht», rechnet Gemeindeschreiber Harald Jordan von Simplon-Dorf, «aber ich weiss noch nicht, was es unter dem Strich kostet. Die Rechnungen trudeln jetzt ein, eine nach der andern».