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Bern Freiburg Wallis Schon wieder eine schlechte Kartoffelernte

Nach dem zu heissen und zu trockenen letzten Jahr erwarten die Schweizer Kartoffelproduzenten 2016 erneut bis zu 30 Prozent weniger Erträge. Der nasskalte Frühling hat den Knollen zugesetzt. Die schlechte Qualität erschwert zudem die Verarbeitung.

Legende: Video Kartoffelernte am Boden abspielen. Laufzeit 2:55 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 05.08.2016.

Ruedi Fischer macht sich auf eine böse Überraschung gefasst. Noch ist sein Kartoffelacker im bernischen Utzenstorf nicht abgeerntet, aber schon jetzt zeichnet sich ein Desaster ab. Der Präsident der Vereinigung Schweizerischer Kartoffelproduzenten gräbt fast nur Ausschuss aus.

Ich habe noch nie ein solch schlimmes Jahr erlebt.
Autor: Ruedi FischerLandwirt

«Viele Knollen sind zu klein, grünlich gefärbt oder haben Wachstumsrisse. Solche Ware können wir nicht mehr verkaufen», erzählt der Landwirt frustriert. Noch nie habe er ein solch schlimmes Jahr erlebt.

Fischer rechnet gesamtschweizerisch mit rund einem Drittel weniger Erträgen. Dies schlägt sich auch in persönlichen massiven Verlusten zu Buche: «Statt dass wir pro Hektar 20‘000 Franken einnehmen, werden es diesmal kaum mehr als 12‘000 Franken sein». Dies sei besonders gravierend, schliesslich müsse er vor der Ernte rund 10‘000 Franken in eine Hektare investieren.

Die Wetterkapriolen halten die Kartoffelbauern schon länger auf Trab. War es 2015 zu trocken und zu heiss, macht ihnen dieses Jahr der nasskalte Frühling einen Strich durch die Rechnung.

Futter und Biogas statt Pommes

Auch Unternehmen wie die Bischofszell Nahrungsmittel AG klagen über die meteorologischen Kapriolen. Der zweitgrössten Chips-Herstellerin im Land macht die Qualität der Sorte Agria besonders zu schaffen, wie Olivier Käser bestätigt.

«Wegen der tiefen Risse, in denen zum Teil noch Erde steckt, können wir die Kartoffeln nicht maschinell schälen». Da bleibe viel Ausschuss, der bloss noch als Tierfutter tauge oder um Biogas zu produzieren.

Ende August finden Ertragserhebungen in der ganzen Schweiz statt. Deren Resultate werden das wahre Ausmass der Misere ans Tageslicht bringen.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Konstantin Burckhardt (KonstantinBurckhardt)
    Der Akkusativwächter schlägt wieder zu: "...einen Strich durch die Rechnung..." muss es heissen :)
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    1. Antwort von SRF News
      Vielen Dank für den Hinweis. Wir korrigieren den Fehler umgehend. Freundliche Grüsse, die Redaktion
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  • Kommentar von Lucas Kunz (L'art pour l'art)
    Ist das SRF die Medienplattform der Bauernlobby? Laufend Lamenti, das Getreide sei schimmlig, die Kartoffel grün ... als nächstes kommen die armen Zuckerrübengrossbaueren dran, dann wohl wieder die Milchbauern und Schweinemäster ... alle jammern und halten die hohle Hand auf ... Aber gehört das Wetter nicht zum einkalkulierten Berufsrisiko?
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    1. Antwort von René Balli (René Balli)
      Ich finde Sie tun SRF Unrecht, Herr Kunz. Nachrichten über Misernten wären eigentlich die wichtigsten Nachrichten, es geht hier um Nahrungsmittel! Es ist wegen des Klimawandels weltweit schwieriger geworden, Nahrungsmittel zu produzieren, es ist vielerorts zu nass und dann wieder zu trocken und daher nicht mehr so berechenbar wie früher. Wir sind die Glücklichen und Verwöhnten, können uns die täglichen 2000 Kalorien anderswo einkaufen, das war nicht immer so und wird auch nicht immer so sein!!
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