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So setzt Nidau die Massnahmen um – der Schulleiter führt durchs Gebäude
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 05.05.2020.
abspielen. Laufzeit 11:47 Minuten.
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Schulstart nach Coronakrise Wie können die Hygienemassnahmen an den Schulen umgesetzt werden?

Am 11. Mai dürfen Berner Schulkinder wieder in die Schule. Der Unterricht wird aber die ersten Tage nur im Halbklassenunterricht durchgeführt. Schulkinder und Lehrkräfte sollen sich so an die neue Situation mit Hygienevorschriften gewöhnen können. Im Gespräch erklärt Schulleiter Kurt Wasem, wie an seiner Schule die Coronavorschriften des Bundes umgesetzt werden.

Kurt Wasem

Kurt Wasem

Schulleiter der Sekundarschule

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Er ist seit über 20 Jahren Schulleiter der Schule Balainen in Nidau bei Biel. Im Sommer wird Kurt Wasem pensioniert.

SRF News: Was wird beim Schulstart anders sein als vor der Schliessung vor ein paar Wochen?

Kurt Wasem: Die Schule wird eine andere sein als vorher. Es wird bestimmt nicht gleich weitergehen wie vor der Krise, unter anderem werden verschiedene neue Vorschriften gelten. Daran werden sich die Kinder und die Lehrer gewöhnen müssen. Der Unterricht wird dadurch anders sein.

Wichtig wird der Abstand sein, der zwei Meter betragen muss. Diese Vorschrift gilt aber nur für die Erwachsenen. Trotzdem: Wie kann der Abstand eingehalten werden?

Die Lehrerinnen und Lehrer müssen darauf achten, dass sie diesen Abstand einhalten. Bei den Kindern ist das zum Glück nicht vorgesehen – eine solche Abstandsregel könnten wir nicht befolgen. Glücklicherweise kommen die Kinder am Morgen nicht alle zur gleichen Zeit in die Schule, weshalb wir eine gute Verteilung im Treppenhaus haben.

Zwei Meter Abstand können wir nicht einhalten

In den Schulzimmern stehen ab Anfang nächster Woche einzelne Pulte mit Abstand zueinander. Zwei Meter Abstand können wir aber nicht einhalten. Nur die Lehrperson wird zwei Meter von den Pulten entfernt sein.

Die Kinder sollten so gut wie möglich Abstand halten. Wie wird das im Sportunterricht umgesetzt?

Gewisse Sportarten werden vorerst nicht mehr ausgeübt, zum Beispiel Rugby. Dafür gehen die Kinder mehr joggen im Wald. Die Sportlehrerinnen und Sportlehrer sind angehalten, kreativ zu sein.

Was ist, wenn es auf dem Pausenplatz zu einer Schlägerei kommt? Die Lehrpersonen dürfen ja nicht dazwischengehen.

Zuerst müssen die Lehrpersonen die Schüler mündlich darauf hinweisen, dass sie sich nicht prügeln dürfen. Wir Lehrerinnen und Lehrer müssen diese Konflikte schlichten – trotz der Coronapandemie.

Im Schutzkonzept des Bundes steht, dass die Schulkinder in den Schulen sich die Hände mit Flüssigseife und Papierhandtücher wachsen können. Wie sieht das hier in Nidau aus?

Wir sind schon seit ein paar Jahren gut ausgerüstet. Doch das Händewaschen wird viel Zeit benötigen.

Das Händewaschen wird viel Zeit benötigen.

Neu müssen die Schulkinder am Morgen, wenn sie in die Schule kommen, die Hände waschen, aber auch nach der grossen Pause und wenn sie das Schulzimmer wechseln.

Gibt es weitere Vorgaben?

Ja, die Schulkinder dürfen das Znüni nicht teilen und Tabletts müssen vor dem Austauschen desinfiziert werden. Die Lehrpersonen werden die Kinder darauf hinweisen. Zudem werden die Räume, insbesondere Treppengeländer und Türgriffe, häufiger geputzt. Ausserdem dürfen besonders gefährdete Personen nicht mehr unterrichten, dazu gehöre auch ich.

Das Gespräch führte Matthias von Wartburg.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr;

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Benjamin Klaus  (Benjamin.Klaus)
    Gute und vernünftige Umsetzung!
    Allerdings ist die Umsetzung in jedem Kanton und sogar jeder Gemeinde sehr unterschiedlich. Problematisch. Denn wie will man den Eltern und Lehrpersonen erklären, dass in der einen Schule Plexiglasscheiben montiert werden, um die Lehrer zu schützen und in einer anderen Schule nicht?
    Ich hätte mir insbesondere von den kantonalen ErziehungsdirektorenInnen klarere Vorgaben zur Umsetzung gewünscht. Denn das führt zu Verunsicherung, was sehr kontraproduktiv ist.
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  • Kommentar von Alex Kramer  (Kaspar)
    Ein Gespräch mit Akademikern an der Uni Zürich ergab folgende Bestätigung zu einer eigenen Beobachtung:
    Händewaschen ist etwas, das man ehemaligen Maturanden, den Bachelor's, deren Mastern und Doktoren jederzeit nahelegen kann, insbesondere nach dem Toilettenbesuch. Und nächstens werde ich dies in der Mensa laut kund tun, wenn ich da jene wieder treffe, die nach dem Big Business ohne Boxenstopp am Lavabo direkt ins Freie laufen.
    Angeblich soll es sogar an Spitälern solche Exemplare geben...
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