Schwer gestörte Straftäter sollen in Burgdorf therapiert werden

Im Kanton Bern fehlen Therapieplätze für psychisch schwer gestörte Straftäter. Nun plant das Berner Amt für Justizvollzug im Regionalgefängnis Burgdorf eine eigene Klinik.

Ein moderner, grauer Bau und Stacheldraht. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im Regionalgefängnis Burgdorf soll die psychiatrische Klinik eingerichtet werden. zvg

Psychisch schwer gestörte Straftäter sitzen ihre Strafe in der Regel nicht in Vollzugsanstalten ab, sondern erhalten eine Therapie in forensisch-psychiatrischen Kliniken. In der ganzen Schweiz fehlt es allerdings an Therapieplätzen. Im Kanton Bern exisitert nicht einmal eine solche Klinik, weshalb die Straftäter in ausserkantonale Kliniken verlegt werden, was mit hohen Kosten verbunden ist.

Wie die «Berner Zeitung» schreibt, plant das kantonale Amt für Jusitzvollzug nun eine eigene Klinik in Burgdorf. 24 Therapieplätze für psychisch schwer gestörte Straftäter soll diese künftig anbieten.

Nur unter ärztlicher Leitung

Im Gegensatz zur Therapieabteilung in der Berner Strafanstalt Thorberg, welche diesen Sommer nach fünf Jahren Betriebszeit bereits wieder geschlossen wurde, würde die Klinik in Burgdorf hundertprozentig unter ärztlicher Leitung stehen, sagt Thomas Freytag, Chef des Bernischen Amts für Justizvollzug.

Die Forensisch-Psychiatrischen Dienste der Universität Bern wären also für die Klinik verantwortlich. «Und das Amt für Strafvollzug bietet sozusagen den sicheren Rahmen mit dem Regionalgefängnis in Burgdorf.»

Und auf dem Thorberg seien Straftäter mit Persönlichkeitsstörungen behandelt worden, in Burgdorf wären es Täter mit Schizophrenie und ähnlichen Störungen, also psychisch schwer gestörte Täter. «Und die Behandlung dieser Täter ist in einer Vollzugsanstalt nicht möglich.» Thomas Freytag ist zuversichtlich, dass der Regierungsrat den Plänen zustimmt. Dann muss noch das Kantonsparlament Ja sagen dazu.