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Stress für Suchende, Überforderung für Unternehmen
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 04.05.2020.
abspielen. Laufzeit 06:26 Minuten.
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Schwierige Lehrstellensuche «Wie soll ich zeigen, was ich kann?»

Jill, 15-jährig, sucht im Kanton Bern während der Corona-Krise eine Lehrstelle – ohne Schnuppertag und direkten Kontakt.

Viele Bewerbungen hat Jill bereits geschrieben, mehrmals hat es nicht geklappt. Kurz vor der Corona-Krise wurde die 15-Jährige dann eingeladen für einen Schnuppertag – in einem Betrieb, der eine KV-Lehre anbietet.

Bewerben ohne sich zu präsentieren

Nach dem Beginn der Corona-Pandemie habe sie dann lange nichts mehr gehört, sagt Jill. «Nun wurde ich zu einem Eignungstest eingeladen.» Auch wenn die Schülerin versteht, dass ein Schnuppertag im Moment kaum möglich ist, ist sie dennoch enttäuscht. Der Tag wäre eine Chance gewesen, zu zeigen, wer sie sei und was sie könne.

Es wäre eine Chance gewesen zu zeigen, was ich drauf habe.
Autor: JillSchülerin

Die Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer und der Eltern war für Jill wichtig in dieser Zeit. Der Lehrer habe ihr eine Internetseite geschickt mit offenen Lehrstellen, so die 15-Jährige.

Fehlende Motivation

«Zur Überforderung mit dem Fernunterricht kommt für die Schülerinnen und Schüler noch der Frust, keine Lehrstelle zu haben», sagt Vreni Augsburger, Schulleiterin der Oberstufe Münchenbuchsee. Die Lehrpersonen hätten versucht, die Schüler zu motivieren dranzubleiben. «Das ist eine grosse Arbeit, die da geleistet wurde – auch von den Eltern.»

Wenn die Schule am 11. Mai wieder losgeht, müssten sich die Lehrpersonen besonders jenen Schülerinnen und Schülern widmen, die noch keine Lehrstelle haben, sagt die Schulleiterin. Auf den Schulbeginn hoffen auch die Betriebe. Denn die Zahl der Bewerbungen hat laut dem Schweizerischen Arbeitgeberverband massiv abgenommen.

Einbruch bei den Bewerbungszahlen

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Die Zahl der Bewerbungen auf eine Lehrstelle haben laut dem Schweizerischen Arbeitgeberverband um 40 bis 50 Prozent abgenommen. Beim Verband hofft man nun auf die Zeit bis zu den Sommerferien mit offenen Schulen. «Dann werden die Schülerinnen und Schüler wieder enger begleitet», sagt Nicole Meier, Ressortleiterin Bildung. Nicht nur von den Lehrpersonen, sondern auch von anderen Stellen wie zum Beispiel dem Berufsinformationszentrum.

Bei der Hans Christen AG, die Zahnräder herstellt, hat sich niemand gemeldet. Chef Daniel Arn: «Seit März hatten wir nicht einmal mehr ein Telefon von jemandem, der sich für eine Lehrstelle interessiert.» Aber, sagt Arn, die Firma habe auch nicht aktiv gesucht.

Wir waren mit uns selber beschäftigt.
Autor: Daniel ArnCEO Hans Christen AG

Zuerst hätten die Hygiene- und Distanzmassnahmen im Betrieb umgesetzt werden müssen. Die Firma sei mit sich selber beschäftigt gewesen. Das Überleben zu sichern war wichtiger. Jetzt aber müssten die Unternehmen Gas geben. Daniel Arn ist auch im Vorstand des Arbeitgeberverbands Swissmechanic. Dieser will den Unternehmen nun Unterlagen zur Verfügung stellen und zeigen, wie Schnuppern auch in Corona-Zeiten möglich ist.

Für Daniel Arn ist klar: «Wir müssen die Lehrlinge ausbilden können, sonst fehlen sie uns in drei, vier Jahren.»

Regionaljournal Bern, Freiburg, Wallis, 17:30 Uhr;

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