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Legende: Audio Wie man im Seeland das Trinkwasser zu schützen versucht – und doch Pestizid im Wasser hat abspielen. Laufzeit 05:28 Minuten.
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 20.08.2019.
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Seeländer Wasserversorger «Wir fordern schon lange ein Chlorothalonil-Verbot»

In Worben BE hat man bereits vor Jahren Massnahmen gegen Pestizid im Grundwasser getroffen. Trotzdem ist Gift im Wasser.

Bauern verwenden Pestizide, um gegen Schädlinge anzukämpfen. Eines davon ist Chlorothalonil, das gegen Mehltau eingesetzt wird. Von den Feldern gelangt es dann ins Grund- und Trinkwasser, wo wir es zu uns nehmen.

Dieses Problem ist den Wasserversorgern bekannt. In Worben BE hat man bereits vor Jahren Vorsichtsmassnahmen ergriffen, damit das Trinkwasser sauber bleibt. Rund 200'000 Quadratmeter Land rund um die Grundwasserfassung gehört der Seeländischen Wasserversorgung (SWG) und ist eine Schutzzone. Auf dieser Fläche wird kein Pestizid eingesetzt.

Doch auch das Wasser in Worben enthält mehr Chlorothalonil als erlaubt. Der Geschäftsführer der Wasserversorgung erklärt, weshalb die Schutzzone allein nicht reicht.

Roman Wiget

Roman Wiget

Geschäftsführer SWG

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Roman Wiget hat an der ETH in Lausanne Umweltingenieur studiert. Er arbeitet seit 2005 bei der Seeländischen Wasserversorgung SWG. Die SWG ist zuständig für die Trink- und Löschwasserversorgung von zwanzig Gemeinden im Berner Seeland sowie mehreren Vertragsgemeinden und –partnern.

Er unterstützt laut eigenen Angaben die Trinkwasserinitiative.

SRF News: Wie ist es möglich, dass das Grundwasser in Worben trotz Schutzzone mit Chlorothalonil verschmutzt ist?

Roman Wiget: Die Schutzzone rund um die Grundwasserfassung in Worben ist gross, doch das gesamte Einzugsgebiet dieser Fassung ist um einiges grösser. Die Rückstände des Chlorothalonils werden von weither angeschwemmt.

Wir können aber nicht noch mehr Land erwerben und so die Schutzzone vergrössern. Was es braucht, ist eine ökologische Landwirtschaft, die auf Pestizide verzichtet.

Sie fordern die Bauern auf, auf Chlorothalonil zu verzichten?

Ja, die Bauern sind gefordert. Aber sie tun ja nichts Verbotenes. Der Einsatz dieser Pflanzenschutzmittel ist erlaubt. Die Bauern müssen einen Anreiz haben, dass sie auf solche schädlichen Pestizide verzichten. Das braucht Anpassungen in der Landwirtschaftspolitik. Chlorothalonil sollte aber auf jeden Fall verboten werden.

Der Bund hat im August nun festgelegt, dass das Chlorothalonil einen bestimmten Wert im Trinkwasser nicht überschreiten darf – es wurde also bereits gehandelt.

Diese Massnahme ist richtig, aber sie trifft nur uns, die Wasserversorger. Und: Sie setzt uns massiv unter Druck. Wir müssen nun unter Umständen Wasserfassungen, die stark belastet sind, schliessen. Doch das Problem – Chlorothalonil-Einsatz in der Landwirtschaft – bleibt.

Der Kanton hat uns versichert, dass er Chlorothalonil verbietet.

Dort muss man ansetzen. Wir sind nun beim Kanton Bern vorstellig geworden. Dieser hat uns zugesichert, dass er Chlorothalonil verbietet auf Kantonsgebiet, sollte der Bund kein nationales Verbot aussprechen.

Das Gespräch führte Brigitte Mader.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Häberli  (Martin Häberli)
    Heute Chlorothanolin, Morgen etwas anderes. Das menschliche Leben verursacht Abfall und jegliches wird in der Umwelt, wenn auch als Spuren, nachweisbar sein. Öffentlich ein einzigen Stoff mit Anwendung in mehreren Bereichen auf nur eine Anwendungsbereich zu beschränken, ist nur die halbe Wahrheit. Synthetische Molekül werden täglich neue erfunden dann in x Jahren im Wasser . Wo überall ist Chlorothanolin drin.?Ich erinnere Pilz-hemmende Anstriche an Fassaden, Wohnungen und Holzschutz.
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Ergänzung: Oekologie ist wertvoll für die Gesundheit, und da kommen wir, Kunden, nicht darum herum, diese in irgendeine Weise zu finanzieren, z. B. per Subventionen.
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Fortsetzung: Ich weiss nicht, ob mein Vorschlag umsetzbar ist. Aber das lasse ich Spezialisten rechnen. Mir selbst liegt viel daran, dass unsere Gesundheit geschützt wird, aber es liegt mir auch daran, dass die Bauern durch ein allfälliges Verbot des Giftstoffes nicht ihrer Existenz beraubt würden. Die Preise z. B. von Erdbeeren können nicht gut angehoben werden wegen der Grossverteilerpreise. Aber es müsste doch ein Subventionssystem geben, mit dem der Bauer genug unterstützt wird.
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