Sie leisten Hilfe ausserhalb des Scheinwerferlichts

Beim Beziehungsdelikt in Wilderswil kamen nicht nur Polizei und Sanität zum Einsatz, sondern auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Care Teams des Kantons Bern. Sie betreuen Betroffene eines Ereignisses.

Ein Polizeiauto im Einsatz. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In besonderen Fällen braucht es eine Nachbetreuung für Verwandte, Beteiligte und Einsatzkräfte. Keystone

Sie gehören neben der Polizei und der Sanität zu den ersten vor Ort - die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Care Teams des Kantons Bern. Sie helfen Hinterbliebenen und Opfern in den ersten Stunden nach einem Unglück, traumatisierende Erlebnis, Katastrophen oder Notlagen zu erfassen und wenn möglich zu verarbeiten.

«Alle reagieren im ersten Moment anders», sagt Pierre-André Kuchen, stellvertretender Leiter des Care Teams des Kantons Bern. «Wir können nicht einfach nach Schema x vorgehen, das funktioniert in derart schwierigen Situationen nicht.»

160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehören zum Care Team des Kantons Bern. Nach dem Canyoning-Unglück im Saxentenbach 1999 wurde das Team kontinuierlich aufgebaut. Heute ist es eines der grössten solchen Care Teams in der Schweiz. Es besteht aus Psychologen, Pfarrer, Ärzten, Lehrer oder Pflegenden.

Sie sind Freiwillige und werden speziell für solche traumatisierende Alltagsereignisse, Katastrophen oder Notlagen geschult. Sie kommen bei ausserordentlichen Todesfällen im Verkehr oder bei der Arbeit, nach Suizid, Unwettern, Sport- und Badeunfällen oder - wie am Montag in Wilderswil - bei Gewaltdelikten zum Einsatz.