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Bern Freiburg Wallis Simmentalerinnen gebären lieber in Frutigen als in Thun

Von der Schliessung der Geburtsabteilung am Spital Zweisimmen profitiert die Konkurrenz der Spitalgruppe STS AG: Die FMI AG mit dem Spital Frutigen.

Zwei Monate nach der Schliessung der Geburtsabteilung am Spital Zweisimmen lässt sich Überraschendes feststellen: Schwangere Frauen aus der Region Simmental und Saanenland fahren mehrheitlich ins Spital Frutigen zum Gebären. Das war von den Verantwortlichen der Spitalgruppe STS AG, zu welcher das Spital Zweisimmen gehört, eigentlich nicht erwartet worden. Denn Frutigen gehört zur Spitalgruppe FMI und steht damit in Konkurrenz zur STS AG, zu welcher das Spital Zweisimmen gehört. Bei der STS AG hatte man damit gerechnet, dass die Frauen mehrheitlich nach Thun fahren würden, ins grösste Spital, welches zur STS AG gehört.

Das Spital Zweisimmen .
Legende: Die Geburtsabteilung am Spital Zweisimmen ist seit dem 1.April geschlossen. Christian Strübin / SRF / Archiv

«Logische Konsequenz»

Für die Gruppe der Spitalkämpferinnen, die sich für den Erhalt der Geburtsabteilung Zweisimmen eingesetzt haben, kommt diese Entwicklung nicht überraschend: Es sei die «logische Konsequenz», sagt Franziska Kuhnen. Man habe keine Lust, die Spitalgruppe zu unterstützen, welche für die Schliessung der Geburtsabteilung verantwortlich sei. Deshalb würden viele das Gebären bei der Konkurrenz bevorzugen.

Geburtsabteilung Frutigen schreibt rote Zahlen

In den vergangenen Monaten musste die Belegschaft der Geburtsabteilung am Spital Frutigen deshalb einige Geburten mehr bewältigen als in den Vorjahren.Trotz der Mehrarbeit: In Frutigen freut man sich über die Zunahme der Geburtszahlen. Denn: Die Geburtsabteilung in Frutigen ist defizitär und kann wirtschaftlich nur dank der finanziellen Unterstützung der Gemeinden weiterhin offen bleiben. Wird die Zahl der Geburten in den nächsten Monaten weiterhin zunehmen, könnte das Defizit der Geburtsabteilung am Spital Frutigen vermutlich etwas abgebaut werden, sagt Fritz Nyffenegger, Leiter des Spitals Frutigen.

Bei der Spitalgruppe STS AG kann man die Argumentation der Spitalkämpferinnen teilweise nachvollziehen. Etwas erstaunt ist Projektleiter Olivier Furrer allerdings darüber, dass die Frauen den weiten Weg nach Frutigen auf sich nehmen. Im Vorfeld der Schliessung der Geburtsabteilung am Spital Zweisimmen sei der Weg nach Thun ja stets als «zu lang» bezeichnet worden. Nun würden die Frauen freiwillig weiter fahren, was doch etwas erstaunlich sei.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Erika Hefti , Boltigen
    Der Weg dauert nicht länger. Dies ist entscheidend, nicht die Strecke. Und vor allem müssen wir nicht durch die Stadt. Je nach Tageszeit kommen wir so viel rascher ins Spital.
  • Kommentar von Oliver Haueter , Oey
    Da der Standort vom Spital Thun für uns am denklich ungünstigsten Ort ist und wir jedesmal mühsam durch die ganze Stadt fahren müssen, haben wir meistens noch länger als nach Frutigen.
  • Kommentar von Markus Hollenstein , Schönried
    Die Aussage von Herrn Furrer erstaunt mich sehr, das ist einer der typischen Trotzreaktionen der STS AG, die wir im westlichen Berneroberland immer hinehmen mussten. Leider werden die Spitäler heute immer häuffiger wie Konzerne geführt und müssen eine Mindestauslastung erreichen. Darunter leidet dafür der Service Public in den Berg- und Randregionen.