Simplon Dorf und sein Abenteuer «U Hampfluta Simpilärhäärd»

Mit einem Freilicht-Theaterstück des einheimischen Autors Klaus Arnold wagt sich das kleine Dorf Simplon Dorf an seine eigene Geschichte. Das Stück «U Hampfluta Simpilärhäärd» dreht sich um die Auswanderung von 1865. Simplon Dorf ist stolz auf den Erfolg. Und es glaubt an seine eigene Stärke.

Wohl etwa die Hälfte der Bevölkerung des Dorfes auf der Simplon-Südseite stand Ende Juli und Anfangs August auf der Bühne auf dem Dorfplatz. Das historische Geviert mitten im Dorf gab einen sehr dichten, stimmungsvollen Rahmen ab für ein Freilichttheater, das sich mit der eigenen, nicht nur einfachen Geschichte von Simplon Dorf auseinandersetzte.

Im Jahr 1865 und später mussten sich viele Familien notgedrungen auf die weite und beschwerliche Reise nach Argentinien machen, weil sie zuhause im Wallis keine Existenz mehr hatten oder von den Behörden zur Auswanderung gezwungen wurden.

Das Dorf ist stolz auf seine gemeinsame Leistung

Die Theateraufführung des Stücks «U Hampfluta Simpilärhäärd» (Eine Handvoll Simpeler Heimaterde) war ein voller Erfolg. Nicht nur, weil die Aufführungen noch vor der Premiere restlos ausverkauft waren.

Sondern weil sich die Bevölkerung von Simplon Dorf mit grosser Einigkeit und mit grossem Einsatz auf dieses Abenteuer eingelassen hat. «Wir haben etwas fertiggebracht. Und darauf sind wir auch ein bisschen stolz», bilanziert Klaus Arnold, der Autor des Stücks.

Und er ist dazu zuversichtlich, dass dieser Ruck durchaus noch etwas anhält. Dazu gibt's halt, so zeigt das Sonntagsgast-Gespräch mit Klaus Arnold, auch eine Reihe von wunderschönen Dorfgeschichten rund um das Theater.

Walliser Heimaterde gibts in Argentinien tatsächlich

Die Auswanderungs-Geschichte auf der Bühne von Simplon Dorf hat einen sehr authentischen Hintergrund. Denn noch heute gibt es in San Jeromino Norte die Nachkommen jener Simpeler, die vor 150 Jahren nach Argentinien auswanderten. Die ältesten Leute dort reden sogar noch den Simpler Dialekt von 1865.

Der Kontakt zu der grossen Walliser Kolonie ist sehr intakt. «Als eine Delegation im Jahr 1991 zu Besuch war, haben wir bemerkt, dass sie tatsächlich eine Handvoll Erde aus den Gärten mit nach Hause genommen haben. Das hat uns doch sehr beeindruckt», erzählt Klaus Arnold. So ist der Titel seines Theaterstücks nicht einfach ein rührendes Stück Romantik - sondern authentische Wahrheit.