Zum Inhalt springen

Minderjährige Asylsuchende Sind die Kosten für minderjährige Asylsuchende zu hoch?

Minderjährige Asylsuchende, die ohne Eltern in die Schweiz geflüchtet sind, leben im Kanton Bern in speziellen Wohnheimen oder bei Pflegefamilien. Dies und ihre Betreuung verursachen zusätzliche Kosten, die der Kanton übernimmt. Die bernische SVP kämpft gegen die Speziallösung.

Minderjährige Asylsuchende in der Schule.
Legende: Die Zusatzkosten für die spezielle Betreuung und Unterbringung von minderjährigen Asylsuchenden bekämpft die SVP. Keystone

Der bernischen SVP sind die Zusatzkosten für unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA) ein Dorn im Auge. «Gut 5000 Franken für einen minderjährigen Asylsuchenden pro Monat, das ist zuviel», sagt SVP-Grossrätin Andrea Gschwend. Die meisten Familien in der Schweiz hätten nicht so viel Geld zur Verfügung, sagt sie.

Der Kindesschutz kann auch mit weniger Geld gewährleistet werden.
Autor: Andrea GschwendSVP-Grossrätin

Es gebe kein Gesetz, das verbiete, dass minderjährige nicht mit erwachsenen Asylsuchenden zusammen wohnen könnten, sagt Andrea Gschwend. «Zumal die meisten Jugendlichen gar nicht minderjährig sind.»

Der zuständige Regierungsrat Hans-Jürg Käser widerspricht. UMA würden der Gesetzgebung des Kindesschutzes unterliegen und könnten darum nicht gleich behandelt werden wie Erwachsene. «Und aus meiner Sicht hat sich die Speziallösung für UMA bewährt.» Die meisten minderjährigen Asylsuchenden würden lange in der Schweiz bleiben, auch wenn sie vorläufig Aufgenommen sind.

Der Kanton hat ein grosses Interesse, dass UMA hier schnell Tritt fassen.
Autor: Hans-Jürg KäserRegierungsrat Kanton Bern

Und die schnelle Integration sei mit der Speziallösung besser gewährleistet. Der Bund zahlt für einen Asylsuchenden den Kantonen eine Pauschale von 36.50 Franken pro Tag. Die Kosten für einen UMA belaufen sich auf 171 Franken. Dieser Betrag deckt die Kosten für Betreuung, Unterbringung, Mahlzeiten, Integrationsmassnahmen und die Asylsozialhilfe. Die Differenz zwischen Bundespauschale und effektiven Kosten pro UMA zahlt der Kanton Bern.

Referendum gegen Zusatzkredit

In der letzten Session hat das Berner Kantonsparlament einen Kredit von 105 Millionen Franken für die Asylsozialhilfe für die nächsten vier Jahre genehmigt. Damit werden Zusatzkosten gedeckt, die zum grössten Teil durch die Betreuung, Unterbringung und Integration von UMA zustande kommen. Die bernische SVP hat dagegen das Referendum ergriffen, das vermutlich zustande kommen wird.

Werde das Referendum durch das Stimmvolk angenommen, müssten die minderjährigen Asylsuchenden der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) übergeben werden, sagt Regierungsrat Hans-Jürg Käser. «Ich glaube nicht, dass diese Lösung günstiger ist, die Kosten für die KESB sind hoch.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Zuerst stellt sich die Frage, warum eigentlich Kinder alleine auf eine solch weite und gefährliche Reise geschickt werden! Wissen die Eltern in den Herkunftsländer, dass in der Schweiz sofort alles für die Kinder gemacht, geleistet und bezahlt wird? Auch Afrika, der kriegerische mittlere Osten oder die übrigen Drittweltländer sind gut vernetzt und kennen offenbar alle Kommunikations-Möglichkeiten bestens und nutzen sie auch! Es ist gut, dass wenigstens noch eine Partei das Thema traktandiert!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
      Natürlich wissen die Eltern wohin die Kinder gehen, aber es ist biliger für sie, wenn die Reiche Schweiz ihre Kinder ausbildet. In einigen Jahren werden wir es selber feststellen, dann werden die Kinder ihre Eltern in die Schweiz holen wollen. Wetten dass!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Das glaube (und fühle) ich schon lange, dass es in 30-40 Jahren völlig andere Kulturen sind, die in der Schweiz sagen und befehlen, wo "der Bartli den Moscht holt"! Die letzten Eidgenossen werden dann noch im Freilicht-Museum einer alten, guten Zeit nachlaufen und nachtrauern können! Ich bin froh, ein 77-jähriger "Grufti" zu sein, mir bleibt diese antischweizerische Zukunft zum Glück erspart! Ja, ich weis, es ist egoistisch, aber was die "Schweiz-Abbruch AG" macht, ist noch viel schlimmer!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen