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Weshalb sich Tina Messer so stark macht für Spoken Word
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 28.10.2019.
abspielen. Laufzeit 11:57 Minuten.
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Spoken Word Biel Tina Messer: «Ich überlasse die Bühne lieber den Rampensäuen»

Dichterschlacht, Rauschdichten oder Lesen für Bier: Seit neun Jahren organisiert der Verein Spoken Word Biel Poetry Slam-Events. Der Kanton Bern hat den Verein nun mit dem 30'000 Franken dotierten Kulturpreis ausgezeichnet.

Kopf des Vereins ist die 34-jährige Bielerin Tina Messer. Sie schreibt auch, steht aber selber nicht gerne auf der Bühne. Dennoch liegt ihr Slam Poetry und Spoken Word sehr am Herzen.

Tina Messer

Tina Messer

Gründerin Verein Spoken Word Biel

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Tina Messer ist Germanistin und Kunsthistorikerin und organisiert als lokale Kulturschaffende seit 15 Jahren kulturelle Veranstaltungen in Biel. 2010 gründetet sie den Verein Spoken Word Biel. Seit 2012 arbeitet sie als freischaffende Eventmanagerin und Projektleiterin.

SRF News: Was ist an Slam Poetry aus Ihrer Sicht so reizvoll?

Tina Messer: Es ist eine sehr lebendige Darbietung von Sprache. Man kann die Zuhörenden direkt berühren und aktivieren. Bei Poetry Slam als Wettbewerbsformat sprechen wir auch von einer interaktiven Dichterschlacht, weil man da direkt einen Austausch mit dem Publikum hat. Dieser Moment der Performance, das ist etwas, was man sonst bei literarischen Bühnenvorträgen nicht erlebt.

Poetry Slam erlaubt alles.

Man kann Dialoge führen, man kann dichten, rappen, man kann Gestik und Mimik einbinden und auch nonverbale Zeichen können eingebaut werden – Poetry Slam erlaubt alles.

Sie haben vor neun Jahren den Verein Spoken Word Biel gegründet, der viele verschiedene Anlässe organisiert. Was war Ihr Antrieb?

Diese Anlässe hat es vorher einfach nicht gegeben. Ich war fasziniert, als ich 2005 in Zürich das erste Mal Poetry Slam gesehen habe. Ich war damals Teil einer Clique, die Partys organisiert hat. Da haben wir das einfach ausprobiert und es war eine tolle Erfahrung.

Sie organisieren nicht nur Anlässe in der Stadt Biel, sondern besuchen auch Schulen mit dem Projekt «Slam@School». Was ist die Idee dahinter?

Wir ersetzen einen Monat lang den Deutschunterricht. So können wir lange mit den Schülerinnen und Schülern an Texten arbeiten. Spoken-Word-Artisten bekommen das Zepter und diese zeigen den Jugendlichen, was Poetry Slam überhaupt ist und welche Methoden man selbst anwenden kann beim Schreiben.

Funktioniert die Idee, machen die Kinder mit?

Grösstenteils ja. Es gibt natürlich in jeder Klasse Kinder, die sich nicht dafür interessieren, das ist normal. Spannend ist allerdings, dass oft die Kinder, die sonst im Fach Deutsch nicht brillieren, besonders Freude an unserem Unterricht und an der Sprache haben.

Es gibt immer Überraschungen bei unserem Projekt.

Vielleicht beginnt ein Kind zu rappen oder es merkt, dass es Leute mit Texten unterhalten kann, oder es merkt, dass es sich auf einer Bühne wohlfühlt. Es gibt immer Überraschungen bei unserem Projekt.

Ist es auch schon vorgekommen, dass Sie ein Kind plötzlich auf einer Bühne wieder antrafen?

Wir unterrichten rund 500 Schülerinnen und Schüler pro Jahr, alle auf Sekundarstufe. Und pro Jahr gibt es immer ein oder zwei, die man wieder antrifft.

Weshalb stehen Sie selbst eigentlich nicht auf der Bühne, Tina Messer?

Ich mag Poetry Slam zwar unglaublich gern, aber für mich ist der Wettbewerb nicht interessant. Im Gegenteil: Ich möchte meine Texte nicht mit anderen Texten vergleichen lassen. Das hat mich nie gereizt. Es gibt ja die sogenannten Rampensäue, ich überlasse die Bühne lieber denen.

Das Gespräch führte Leonie Marti.

Kulturpreis Kanton Bern

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Der Kulturpreis des Kantons Bern ist mit 30'000 Franken dotiert. Zuletzt ging er an die Heitere Fahne in Wabern (2018), das Théâtre de la Grenouille in Biel (2017), den Verein Lichtspiel in Bern (2016) und die Jazzwerkstatt Bern (2015). Die Preisverleihung findet am 30. Oktober in Biel statt.

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