Staatsanwaltschaft fordert in Thun neun Jahre Gefängnis

Im grössten Internet-Missbrauchsfall der Schweiz soll der Angeklagte Berner Oberländer ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von neuen Jahren; die Verteidigung lediglich eine von fünf Jahren. Das Urteil wird am Freitag erwartet.

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Bildlegende: Über die Internet-Plattform Facebook machte sich der Berner Oberländer an über 40 Jugendliche heran. Symbolbild/Keystone

Der heute 47jährige Berner Oberländer, der sich im Internet als Mädchen ausgab und sich an Buben heranmachte, soll eine Freiheitsstrafe von neun Jahren erhalten. Zudem sei eine stationäre therapeutische Massnahme anzuordnen. Das forderte die Staatsanwaltschaft vor dem Regionalgericht Oberland in Thun.

Auch die Ermittler bei der Polizei bezeichneten die Vorgehensweise des Beschuldigten als perfid, hinterhältig und raffiniert. Das berichtet das «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» in seiner Sendung vom Freitagmorgen. Der Beschuldigte habe seine Rolle als «Anita» perfekt gespielt, sagte ein Polizist.

Auch der Verteidiger des Beschuldigten bezeichnete das Vorgehen seines Mandanten als perfid. Er forderte jedoch eine Freiheitsstrafe von lediglich fünf Jahren und ebenfalls eine stationäre therapeutische Massnahme. Dem Beschuldigten müsse man zugute halten, dass er sich seinen Taten stellen und die Verantwortung übernehmen wolle, sagte der Verteidiger. Das Urteil wird am Freitag erwartet.