Stadt Bern: Familienfreundlich statt hohe Löhne

Die Stadt Bern steht auf dem Arbeitsmarkt in Konkurrenz zu Kanton, Bund und privaten Firmen. Weil es in der Stadtverwaltung aber eine Obergrenze für Löhne gibt, will diese ihre Fachkräfte mit familienfreundlichen Angeboten anlocken. Eine Untersuchung stellt den Angeboten gute Noten aus.

Die Stadt Bern hat in Sachen Familienfreundlichkeit und Gleichstellung gute Noten erhalten. Sie liess ihr Angebot von der Fachstelle UND für Familien- und Erwerbsarbeit durchleuchten. In allen 14 geprüften Kriterien entsprechen die Leistungen der Stadt dem Markt oder liegen darüber.

Das freut die Stadtregierung: Weil der finanzielle Spielraum der Stadt im Wettbewerb um Arbeitskräfte nicht allzu gross ist, versucht die Verwaltung mit guten Arbeitsbedingungen zu punkten.

Die Angebote hätten sich am hart umkämpften Standort Bern, wo nebst der Stadt auch die Kantons- und die Bundesverwaltung sowie mehrere staatsnahe Betriebe um die gleichen Talente buhlten, erfolgreich bewährt, sagt Gemeinderat Alexandre Schmidt. «Es ist nicht nur der Lohn, der eine Rolle spielt bei der Stellenwahl. Es sind viele Faktoren».

Teilzeit und Jobsharing

Die Stadt setzt unter anderem auf flexible Arbeitszeitmodelle, hohe Arbeitszeitautonomie, Teilzeit sowie auf Jobsharing für Frauen und Männer auch auf Kaderstufe, Teleworking oder ein Karriere-Mentoring-Programm für Frauen. Verbesserungspotenzial ortet die Fachstelle bei den Anstellungsbedingungen für ältere Mitarbeitende.