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Erstaunliche Zahlen in der Gemeinde Huttwil: Wie ist das möglich?
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 29.10.2019.
abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.
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Statistik ausgetrickst Wenn leere Wohnungen plötzlich nicht mehr existieren

Huttwil hatte die höchste Leerwohnungsquote. Neu ist die Quote tiefer, obwohl nicht mehr Wohnungen vermietet sind.

Huttwil war ganz zuoberst auf dem Podest, auf dem niemand sein will. In keiner Gemeinde gab es so viele leere Wohnungen – im Verhältnis zur Anzahl bewohnter Wohnungen. Das zeigte die Statistik des Bundes. Jetzt sind die neuen Zahlen da und Huttwil ist plötzlich nicht mehr auf Platz 1.

Auch nicht auf Platz 2 oder 3. Huttwil im Oberaargau ist auf Platz 22. Innerhalb eines Jahres standen viel weniger Wohnungen leer.

Ungefähr 165 Wohnungen tauchen nicht mehr in der Statistik auf. Wurden sie also vermietet oder verkauft? Oder sind so viele Menschen nach Huttwil im Oberaargau gezogen – in die Region, die schweizweit am stärksten von der Abwanderung betroffen ist? Nein, zeigt die Statistik.

Der Trick mit der Statistik

Gemeindepräsident Walter Rohrbach kennt des Rätsels Lösung: «Das Bundesamt für Statistik hat uns mitgeteilt, dass Wohnungen, die länger als drei Jahre nicht vermietet wurden, als ‹nicht mehr als vermietbar› gelten.» Das heisst, die Wohnungen erscheinen nicht mehr in der Statistik. Das Bundesamt für Statistik bestätigt, dass Huttwil die Erhebungsart geändert habe, allerdings aus eigenem Antrieb.

Es sei legitim, eine neue Berechnungsmethode anzuwenden, sagt Christine Seidler, Professorin für Raumplanung an der Berner Fachhochschule. Trotzdem werde das Problem mit den leerstehenden Wohnungen so nicht kleiner. «Unsere Schätzungen gehen davon aus, dass die Leerwohnungsquote nicht kleiner geworden ist», so Seidler.

Da in den letzten Jahren neue Häuser gebaut worden sind, sei es wahrscheinlicher, dass die Quote sogar gestiegen ist. Zudem gebe es neue, bewilligte Bauprojekte in Huttwil. Wenn diese alle realisiert werden, entstehen in der 5000er-Gemeinde bald 181 Neubauwohnungen – zusätzlich zu denjenigen, die im Moment leer stehen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Homo Politicus  (Homo Politicus)
    verhalten entwickelt? Über all dies kann eine nationale Statistik Auskunft geben. Man weiss dann auch wo wirklich die Problemlagen in der Gesellschaft sind und kann entsprechend handeln. Die Spitalplanung ist nur ein Beispiel dazu, die Entwicklung der E-Zigarette, oder die Strassenunfälle sind andere. Ich habe noch etliche andere Beispiele für Sie Herr Müller. Eine gute Statistik ist wie die Buchhaltung oder den Lagerbestand zu Wissen: nur sie ermöglicht eine möglichst gute Lageeinschätzung.
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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Es geht nichts über eine Statistik! Von mir aus kann man das ganze Bundesamt für Statistk schliessen. Seine Zahlen und Analysen scheinen ja praktisch nur Willkürergebnisse zu sein die mal so oder auch gleich komplett anders interpretiet werden können oder gelegnetlich wieder mit anderen Modis neu berechnet werden, dass gerade gegenteilige Aussagen entstehen.
    Solche Statistiken sind reine Verschwendung öffentlicher Mittel. Statistisch wird daher das Verschwinden dieses Amtes kaum merkbar sein.
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    1. Antwort von Homo Politicus  (Homo Politicus)
      So wie es aussieht, haben Sie nicht viel Ahnung von Statistik, Herr Müller. Klar, in diesem Falle kann es sein, dass aufgrund der Methode eine Verzerrung gegeben hat. Aber eine gute und seriöse Statistikauswertung, weist auf diese Fehler und Verzerrungen hin und macht es transparent. Im Gegenteil ist eine gute Statistik enorm wichtig, nur so gelingt es gute Aussagen über Trends auszusagen. Hätten Sie andernfalls eine Ahnung Herr Müller, wie sich das Rauchen, das Gewicht oder das Alkoholkonsum.
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