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Legende: Video Stafanstalt Thorberg: Direktor Egger geht per Ende Jahr abspielen. Laufzeit 01:49 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 14.05.2019.
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Strafanstalt Thorberg Direktor Egger geht per Ende Jahr

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Direktor der Justizvollzugsanstalt Thorberg, Thomas Egger, räumt seinen Posten per Ende Jahr. Er war seit November 2014 im Amt.
  • Egger musste eine Reorganisation des Gefängnisbetriebs umsetzen.
  • Unter seiner Leitung war das Betriebsklima wiederholt Thema.
  • Im Herbst 2018 wurde Egger ein Coach zur Seite gestellt.

Seit der Psychologe Karl-Heinz Vogt als Coach auf dem Thorberg wirkte, seien beim Betriebsklima erste Fortschritte erzielt worden, teilte die kantonale Polizeidirektion am Dienstag mit. Handlungsbedarf bestehe aber weiterhin.

Was der Psychologe rät

Das Tagesgeschäft auf dem Thorberg funktioniere gut, sagte Coach Karl-Heinz Vogt an einer Medienkonferenz des Kantons am Dienstag. Die von Direktor Thomas Egger umgesetzte Reorganisation der Strukturen und Abläufe sei «sinnvoll und zweckmässig». Verbessern müsse man aber die Konflikt- und Krisenkultur im Betrieb sowie den Umgang untereinander.

Sehen wir die Insassen als Menschen oder nur als Täter?
Autor: Karl-Heinz VogtCoach

«Wir müssen uns in nächster Zeit um die Anstaltskultur kümmern», sagte Vogt am Dienstag vor den Medien. «Wofür steht der Thorberg, was ist wichtig? Wie erreichen wir die gesetzlichen Ziele? Sehen wir die Insassen als Menschen oder nur als Täter? Was heisst Betreuung von Insassen?» Solche Kernfragen seien in den vergangenen zehn Jahren nicht oder zu wenig diskutiert worden.

Ich gehe freiwillig.
Autor: Thomas EggerAbtretender Direktor der Justizvollzugsanstalt Thorberg

Thomas Egger sagte vor den Medien, er habe seinen Rücktrittsentscheid selbstständig getroffen. Stets habe er das Vertrauen des Polizeidirektors und auch der zuständigen Amtsvorsteherin gespürt. «Niemand hat mich zum Rücktritt gedrängt.»

«Nicht gescheitert, sondern erfolgreich»

Egger ist 56 Jahre alt. Er liess offen, ob er seine berufliche Zukunft weiterhin im Justizvollzug sieht. Gescheitert sei er auf dem Thorberg nicht, betonte er auf Journalistenfragen. Vielmehr habe er erfolgreich eine Reorganisation umgesetzt.

Bis Ende Jahr bleibt Thomas Egger im Amt, «um einen geordneten Übergang sicherzustellen», wie der Kanton mitteilt. Die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger werde sofort gestartet.

Regierungsrat Philippe Müller nimmt Stellung

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Philippe Müller (vorne) neben Thomas Egger
Legende:Keystone

Thomas Eggers Abgang kommt für den zuständigen Berner Regierungsrat Philippe Müller nicht völlig überraschend. «Ich stand im Kontakt mit der Amtschefin. Ihr gegenüber war durchgesickert, dass er den Wunsch hat, den Thorberg zu verlassen.» Nun habe Egger die Gründe genannt. «Er hat die Reorganisation des Schichtmodells durchgezogen», bestätigt Müller. «Es gibt jedoch noch Defizite im Betriebsklima. Diese Arbeit will er seinem Nachfolger überlassen.» Das Klima am Thorberg sei bereits deutlich besser geworden in den letzten Monaten – dank der Arbeit des Coaches. Und es seien weitere Massnahmen zur Verbesserung aufgegleist. «Ich bin sehr optimistisch, dass wir in ruhigere Gewässer finden werden.» Doch das sei ein Prozess, der noch viel Zeit in Anspruch nehmen werde, so Müller.

Egger hatte sein Amt im November 2014 angetreten. Er folgte damals auf Georges Caccivio, der den Hut nehmen musste, weil er Häftlinge begünstigt und auf dem Bieler Drogenstrich verkehrt haben soll.

Amtsführung wird verschlankt

Die Berichte über das schlechte Betriebsklima auf dem Thorberg sorgten vergangenes Jahr dafür, dass auch das zuständige Amt für Justizvollzug (AJV) in die Kritik geriet. Nun soll die Geschäftsleitung von zwölf auf acht Personen verkleinert werden, wie am Dienstag bekannt wurde.

Legende: Video Aus dem Archiv: Verunsicherung unter Thorberg-Angestellten abspielen. Laufzeit 02:56 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 27.06.2018.
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4 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    Egger gebührt grossen Dank. Es ist halt nicht immer einfach, wenn Beamte sich an etwas anderes gewöhnen müssen, als sie bislang hatten. Dann wird schnell mal gejammert und hinterlistig via Presse die Reorganisation angefochten. Ist beim VBS bestens sichtbar (siehe Gripen Debakel). Statt Corporate Governance zu leben. Aber dieser Ausdruck ist für die von Steuergeldern bezahlten Kleinkönige eh so etwas wie ein rotes Tuch....
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  • Kommentar von Andreas Müller  (Hugh Everett)
    Ich würde auch nicht mit einem Coach an meiner Seite arbeiten wollen, der jeden meiner Schritte kommentiert und wo möglich noch Buch führt.
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    1. Antwort von Rolf Bolliger  (jolanda)
      Waren Sie dabei, Herr Müller, dass Sie solche Details kennen? Ich denke eher, dass Herr Egger strengere Massnahmen umsetzen musste und dies bei Angestellten und den Insassen nicht gut ankam!! Fazit Direktor Egger macht das Richtige: Er verlässt den Arbeitsplatz, um einem humanen, nickenden "Hoteldirektor" Platz zu machen (der Kuscheljustiz!)
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    2. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Nein Herr Bollinger, ich war nicht dabei. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass Herr Egger seine Stelle allein angetreten hat, ohne Coach der ihn beaufsichtigt und Buch führt. Ich würde mir an seiner Stelle sicher keinen Coach beistellen lassen und dies Position so schnell wie möglich kündigen. Ich kann Herr Eggers Schritt zu 100% verstehen.
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