Streit um Rettung aus der Luft - Kanton mahnt zur Vernunft

Seit einiger Zeit machen Rettungsdienste aus der Luft einander die Einsätze streitig. Aufgrund mehrerer Vorfälle, bei denen statt einer örtlichen Gesellschaft die weiter weg stationiertere Rega zum Einsatz kam, äussert nun auch die Air-Glaciers in Lauterbrunnen Kritik.

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Bildlegende: Zoff um die Rettung aus der Luft. Air-Glaciers fordert gleich lange Spiesse. Keystone

Grossräte aus der Region Berner Oberland sowie die SAC Sektion Lauterbrunnen fordern die Regierung auf, dafür zu sorgen, dass bei Notfällen stets die nähergelegenen verfügbaren Retter zum Einsatz kommen.

Bisher konnte die Schweizerische Rettungsflugwacht (Rega) über deren Einsätze selber entscheiden.

An einer Medienkonferenz in Lauterbrunnen kritisierten Vertreter von Air Glacier, Politiker und der SAC die Vormachtstellung der Rega.

Angeprangert werden insbesondere, dass Patienten länger auf die Hilfe eines Notarztes warten müssten und dass unnötig zusätzliche Flugminuten anfallen.

«Die Köpfe sind etwas zu heiss»

Die Rega hat auf die Kritik schriftlich reagiert - und mitgeteilt, dass sie künftig die Air-Glaciers überhaupt nicht mehr aufbieten wolle. Das solle die Sanitätsnotrufzentrale des Kantons Bern (Nummer 144) machen.

Dieser fehlt jedoch das nötige Know-How, deshalb mahnt der Kanton Bern zur Vernunft: Man wolle mit allen Beteiligten gemeinsam eine Lösung finden, heisst es bei der kantonalen Gesundheitsdirektion auf Anfrage. «Momentan sind die Köpfe vielleicht etwas zu heiss» sagt Sprecher Jean-Philippe Jeannerat.