Stürmisches Wochenende über dem Kanton Bern

Die Gewitter in der Nacht auf Sonntag mit Hagel haben vielerorts im Kanton Bern für überflutete Keller gesorgt. Auch wurden Bahnen und Strom unterbrochen und vereinzelt Strassen überflutet. Die Kantonspolizei erhielt 80 Schadenmeldungen. Die Wasserstände von Seen und Flüssen sind unter Kontrolle.

Hoher Wasserstand in der Matte Bern (Archivbild 2013) Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hoher Wasserstand in der Matte Bern (Archivbild 2013) Christian Strübin/SRF

In den meisten Fällen handelte es sich um Wassereinbrüche in Gebäude, wie Kapo-Sprecher Christoph Gnägi am Sonntagmorgen auf Anfrage sagte. Doch es kam auch zu vier Blitzeinschlägen in Murzelen (Gemeinde Wohlen), Schwarzenburg, Liebefeld und Neuenegg. In Liebefeld löste der Blitz einen Dachstockbrand aus, doch konnte diesen die Feuerwehr von Köniz rasch löschen.
Auch traten vereinzelt Bäche über die Ufer und Bäume kippten um. Meldungen zu Verletzten liegen der Kantonspolizei keine vor. Im Berner Mittelland hagelte es am Samstagabend zudem mit Eiskörnern in der Grösse eines Golfballs.

Bern: Aareanrainer gewarnt

In der Stadt Bern warnte die Berufsfeuerwehr wegen der hohen Aare vorsorglich die Aareanrainer. Sie erhielten per SMS die Aufforderung, ihre Keller im Auge zu behalten, wie Walter Kunz, Sprecher der Berufsfeuerwehr, am Sonntagmorgen sagte.

Zudem hat die Berufsfeuerwehr vorsorglich Pumpen installiert, um allfälliges in die Kanalisation eindringendes Aarewasser in den Fluss zurückzupumpen. Hochwassergefahr drohe aber nicht, sagte Kunz weiter.

Insgesamt sei die Stadt Bern noch mit einem blauen Auge davongekommen. In der Matte habe es zwar gehagelt. Ein Einsatz der Feuerwehr sei deswegen aber nicht erfolgt.

Hingegen rückte die Berner Feuerwehr zur Waldau aus, wo mit Sandsäcken verhindert werden musste, dass Wasser in das Gebäude der Universitären Psychiatrischen Dienste eindrang. Zudem fällte eine Sturmböe in der Tiefenau einen Baum.

Kantonsstrasse in Scherliau überschwemmt

Mehr zu tun hatte die Feuerwehr Köniz: Sie rückte ausser zum Dachstockbrand in Liebefeld und wegen Wassereinbrüchen in verschiedene Keller in die Scherliau bei Niederscherli aus. Dort war die Kantonsstrasse in Richtung Längenberg überflutet worden.

Die Könizer Feuerwehr musste sie während rund drei Stunden sperren.Die Könizer Feuerwehr intervenierte auch wegen Wasser auf dem Gleis der S-Bahn Richtung Schwarzenburg. Dort konnten die Züge zwar die überflutete Stelle laut Rindlisbacher passieren, aber nur langsam.

Bus statt Bahn bei Schönbühl

Die Gewitter beschädigten am frühen Morgen auch an zwei Stellen die Fahrleitung des Regionalverkehrs Bern-Solothurn (RBS) auf der Linie zwischen diesen zwei Städten. Während der Bahnverkehr zwischen Fraubrunnen und Jegenstorf schon im Verlauf des Vormittags wieder aufgenommen werden konnte, dauerte es bis zum Mittag, bis die Störung zwischen Schönbühl und Jegenstorf behoben wurde. Es verkehrten Ersatzbusse.

Bereits mitten in der Nacht hatte die BKW gemeldet, es sei im Berner Jura und im Seeland zu Stromausfällen gekommen. Schon vor Mitternacht seien die meisten Kunden wieder versorgt gewesen, die übrigen danach.

BKW-Sprecher Tobias Fässler ergänzte am Sonntagmorgen auf Anfrage, in der zweiten Nachthälfte sei es auch im Raum Bolligen-Krauchthal zu einem Stromausfall gekommen.