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Bern Freiburg Wallis «Sunraising»: Mit Solarstrom von Berner Dächern zur Energiewende

Das Projekt «Sunraising» will Berner Mieterinnen und Mietern ermöglichen, den Anteil an Atomstrom im eigenen Stromverbrauch durch Sonnenenergie zu ersetzen. Dazu baut der gemeinnützige Verein Solaranlagen per crowdfunding.

Die Initianten hinter Projekt «Sunraising» Melanie Mettler und Matthias Egli vor dem ersten bebauten Solardach.
Legende: Melanie Mettler und Matthias Egli wollen innert drei Jahren 10'000 Quadratmeter Solaranlagen auf Berner Dächern bauen. Daniel Schifferli/SRF

Die Idee sei eigentlich aus Ungeduld entstanden, erklärt Initiantin Melanie Mettler. «Wir haben gemerkt, dass es für den Einzelnen gar nicht viel braucht, um die Energiewende umzusetzen.» So reiche der produzierte Strom von vier Quadratmetern einer Solaranlage, um die 40 Prozent Atomstrom im Berner Strommix zu ersetzen.

Es reichen vier Quadratmeter Solaranlage, um die Energiewende für eine Person umzusetzen.
Autor: Melanie MettlerCo-Initiantin bei Projekt «SunRaising»

Für 350 Franken pro Quadratmeter verkauft der gemeinnützige Verein «Sunraising, Link öffnet in einem neuen Fenster» Anteile an Solardächern via Internet. «Sobald die Fläche eines Daches vollständig verkauft ist, bauen wir die Solaranlage und produzieren Strom», erklärt Mettler. Unabhängig vom Wetter lasse sich die langfristige Stromproduktion von Photovoltaikanlagen heutzutage gut einschätzen, ergänzt Co-Initiant Matthias Egli. «Für jeden Quadratmeter garantieren wir 20 Jahre lang 110 Kilowattstunden pro Jahr.» Der produzierte Strom wird den Besitzern der Solarpanels direkt von der Stromrechnung abgezogen.

Berner Solarstrom zum Marktpreis

Die Dächer für das Projekt stellt die Stadt Bern den Initianten gratis zur Verfügung. «Dank der Partnerschaft mit der Stadt und Energie Wasser Bern, kostet der Solarstrom gleich viel wie der Ökostrom ab Netz», erklärt Melanie Mettler. Darum sei das Angebot in der Schweiz einzigartig.

Fabian Baerlocher vom Berner Energieunternehmen EWB spricht bei der Zusammenarbeit mit «Sunraising» von einer optimalen Lösung für beide Seiten. «Für Mieter konnten wir bisher kein vergleichbares Angebot anbieten.» Für den Unterhalt von so vielen kleinen Anlagen hätte das Stadtwerk nicht genügend Personal, ergänzt Baerlocher.

Die Zusammenarbeit mit «Sunraising» ist für beide Seiten eine optimale Lösung.
Autor: Fabian BaerlocherLeiter Energieportfolio, Energie Wasser Bern

Bei den Stadtbernerinnen und -bernern stösst das noch junge Energieprojekt bislang auf grosses Interesse. «Das erste Dach im Lorraine Quartier konnten wir in wenigen Tagen komplett verkaufen», sagt Melanie Mettler. «Wir hoffen, dass das Interesse der Bernerinnen und Berner auch in den anderen Quartieren vorhanden ist.»

Das erste Dach eröffnet «Sunraising» im Rahmen eines Festes zur Sonnenwende am Dienstag. «Von hier geht es dann steil weiter», ist Matthias Egli überzeugt. «Innert zwei bis drei Jahren wollen wir 10'000 Quadratmeter Solaranlagen auf Berner Dächern errichten.»

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis; 17:30 Uhr)

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Super Initiative, und noch ein Beweis dass es eine Technologie, wenn sie einmal die Pionierphase überstanden hat, fast zwingend schafft sich durchzusetzen. Es gibt dann einfach plötzlich genug Menschen die verstehen dass man das machen kann, und sie haben sozusagen darauf gewartet. Mit der Zeit wird's so sein, dass Mieter die Wohnungen danach auswählen, ob der Strom vom "eigenen" Dach zu guten Konditionen direkt in der Mietwohnung verbraucht werden kann. Eigentümer ohne Angebot haben's schwerer
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