«Theater kann aufzeigen, was möglich ist»

Milo Rau inszeniert Gerichtsprozesse. In Bern gibt er einen Überblick über seine letzten Arbeiten, die «Moskauer Prozesse» und die «Zürcher Prozesse». Mit Experten und dem Publikum will er diese Arbeiten diskutieren.

In Moskau hat Milo Rau den Prozess gegen die Frauenband Pussy Riot neu aufgerollt. In einem Theaterrahmen, aber ohne vorgegebenem Text für die Anklage und die Verteidigung. Mit offenem Ausgang. Nach dem gleichen Konzept inszenierte er in Zürich er einen Prozess gegen die Weltwoche. Bei beiden Prozessen gab es einen Freispruch.

«Diese Prozesse haben einen utopischen Gesprächsraum eröffnet, wie es ihn nur im Theater geben kann», sagt Milo Rau im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. So könnten Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, welche es eigentlich real auch gebe. «Es ist ein Hinweis darauf, was auf einem demokratischen Kontinent alles möglich ist, wie wir leben könnten.»

An drei Tagen zeigt Milo Rau nun in Bern unter dem Titel «Der dunkle Kontinent» eine Art Rückblick auf die «Moskauer Prozesse» und die «Zürcher Prozesse». In einem nachgebauten Gerichtssaal werden die Videoaufnahmen der beiden Theaterprozesse gezeigt. Am Donnerstag- und Samstagabend diskutiert Milo Rau mit Experten und dem Publikum.

Milo Rau ist 1977 in Bern geboren. Er lebt in Köln.