Thun feiert 750 Jahre Stadtrecht und eine Gräfin dazu

Der 12. März 1264 ist das wohl wichtigste Datum in der Geschichte von Thun. An diesem Tag verlieh Gräfin Elisabeth von Kyburg der Siedlung unterhalb des markanten Thuner Schlosses die Stadtrechte.

Auf den Tag genau 750 Jahre, nachdem Gräfin Elisabeth von Kyburg aus Thun offiziell eine Stadt machte, bekommt die Herrscherin buchstäblich ihren Platz in der Stadt. Die freie Fläche vor dem Parkhaus und der Eisbahn Grabengut heisst nun «Gräfin Elisabeth von Kyburg-Platz».

Die Stadt verbeugt sich mit dieser Platz-Einweihung vor einer historisch einmaligen Figur. Elisabeth von Kyburg war im März 1264 verwittwet und hochschwanger. Und weil damit die Erbfolge nicht ganz klar war, war Elisabeth zwischen dem Tod ihres Mannes und der Geburt des Kindes auch Regentin. Sie nutzte die sieben Monate ihrer Herrschaft zielstrebig aus und schaffte vollendete Tatsachen, mit dem Stadtrecht für Thun, genannt «Handfeste».

Das kostbare Pergament mit 100 lateinisch geschriebenen Rechtssätzen ist im Stadtarchiv Thun aufbewahrt. Die Handfeste war gleichermassen Freibrief, Stadtverfassung und Gesetzgebung. Sie brachte der Stadt eine eigene Gerichtsbarkeit, Märkte und das Recht, die Siedlung gegen Feinde zu befestigen.

Viele Veranstaltungen im Jubiläumsjahr

Thun feiert das 750-Jahr-Jubiläum seiner Stadtrechte mit einer ganzen Reihe von kulturellen Veranstaltungen. Dabei darf es auch frohgemut zu und her gehen. Der Platzeinweihung am 750. Jahrestag folgte ein offizieller Festakt auf dem Rathausplatz und im Stadtratssaal im Rathaus. Immer dabei ist die Laienschauspielerin Sandra Kummer. Sie schlüpft, in stilvolle mittelalterliche Roben gehüllt, im Jubiläumsjahr in die Rolle der Gräfin.