Tradition und Innovation im Geschäft mit den Weihnachtsbäumen

Christbaum kaufen ist Vertrauenssache. So erfreut sich die Marktfrau in Bern seit Jahrzehnten einer treuen Kundschaft. Grossproduzent Luder aus Kirchberg wiederum will mit neuen Ideen Privatkunden bei der Stange halten. Nun, da die Subventionen gestrichen werden, ist das besonders nötig.

Seit beinahe 60 Jahren verkauft die Bauernfamilie Fankhauser bei der Kleinen Schanze in Bern Weihnachtsbäume. Christbaum-Käufer seien treue Seelen, sagt Marktfrau Margrit Fankhauser. Kunden würden einem Händler zum Teil jahrelang die Treue halten.

Kreative Ideen als Antwort auf Billigimporte

Etwas mehr Mühe bekundet Grossproduzent Hans-Peter Luder aus Bütikofen bei Kirchberg. Die Billigbaum-Konkurrenz aus dem Ausland macht dem Grossproduzenten das Leben schwer. Bisher halfen Direktzahlungen des Bundes, um bei den Verhandlungen mit den preisbewussten Grossverteilern konkurrenzfähig zu bleiben. Doch diese Unterstützungsbeiträge fallen aufgrund neuer Rahmenbedingungen ab 2014 weg.

Mit innovativen Ideen versucht die Bauernfamilie Luder nun im Geschäft mit Privatkunden neue Käufer zu mobilisieren. Sie haben ein System erfunden, um im Herbst den Baum der Wahl per GPS-Satellitennavigationssystem zu reservieren. Dieser kann dann kurz vor Weihnachten abgeholt werden. Der Vorteil dieses Systems: Die Tannenbäumchen auf Luders Plantage bleiben so bis kurz vor dem Fest angewurzelt und so im Saft.

Rund eine Million Christbäume werden laut IG Suiss Christbaum vor Weihnachten in der Schweiz verkauft. Rund 60 Prozent sind Importe aus dem Ausland. Viele davon aus grossen Monokulturen in Dänemark oder Deutschland. Wie Bauer Luder gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF sagt, habe er Mühe, mit den dortigen Anbau- und Erntebedingungen mitzuhalten.