Traditionelles Oberwallis – modernes Unterwallis

Bei der beruflichen Integration von Müttern mit Kindern liegt das Wallis eigentlich im Schweizer Mittel. Grosse Unterschiede gibt es aber zwischen den Sprachregionen im Kanton.

Frau am Computer, im Hintergrund ein spielendes Kind Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im Wallis ist es immer noch schwierig, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Colourbox

Das zeigt eine Studie, die die Kantonsregierung in Auftrag gegeben hat. Im Unterwallis sind rund 80 Prozent der Mütter berufstätig, im Oberwallis nur gerade 60 Prozent. Die Umfrage zeigt aber auch, dass das Idealbild für die Walliser Familien darin besteht, dass beide Elternteile Teilzeit arbeiten und sich entsprechend auch bei der Kinderbetreuung ergänzen. Diesem Idealbild leben allerdings nur gerade fünf Prozent der Eltern nach.

Beim grössten Teil der Befragten arbeitet der Vater zu 100 Prozent und die Mutter Teilzeit. Das grösste Problem für diese Eltern besteht laut der Studie darin, die Betreuung der Kinder mit den Arbeitszeiten zu koordinieren. Einerseits seien die Öffnungszeiten der Kinderhorts zu wenig der Berufstätigkeit der Eltern angepasst. Andererseits seien auch die Arbeitgeber zu wenig flexibel. Die meisten Walliser Familien greifen darum auch heute noch auf das traditionelle Modell zurück: Sie lassen ihre Kinder von den Grosseltern betreuen.