Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Das Kantonsparlament entschied gegen den Willen der meisten Einwohnerinnen und Einwohner abspielen. Laufzeit 00:45 Minuten.
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 13.03.2019.
Inhalt

Transitplatz Wileroltigen Fahrende können künftig Halt machen

Das Kantonsparlament befürwortet den Transitplatz für Fahrende in Wileroltigen. Er sagt mit 113 zu 32 Stimmen Ja.

Der Platz für Fahrende in Wileroltigen gibt schon seit Langem zu reden. Geplant ist, dass beim Autobahnrastplatz ein Transitplatz für ausländische Fahrende gebaut wird. Das Kantonsparlament entschied am Mittwoch über einen Kredit von 3,3 Millionen Franken, der für den Bau des Transitplatzes eingesetzt wird. Das Resultat im Rat war deutlich, der Platz wurde mit 113 zu 32 Stimmen befürwortet.

Kritik von Einwohnern und SVP

Damit entschied sich das Kantonsparlament gegen die verbreitete Meinung in Wileroltigen. Im 350-Seelen-Dorf hat man sich stets mit Händen und Füssen gegen den Transitplatz gewehrt.

Im Rat erhielten die Einwohnerinnen und Einwohner nur von der SVP Unterstützung. «Jeder ist doch froh, dass der Platz in Wileroltigen nicht in seiner eigenen Gemeinde zu stehen kommt», vermutete SVP-Grossrätin Anita Herren-Brauen in der emotionalen Debatte am Mittwochnachmittag. Es sei schlicht undemokratisch, der kleinen Gemeinde den Platz einfach aufs Auge zu drücken.

Kosten als grosses Thema

«Der Kanton Bern vergoldet diesen Platz», kritisierte SVP-Grossrätin Sandra Schneider mit Verweis auf die geschätzten Kosten von 3,3 Millionen Franken. Dazu kämen noch ungedeckte jährliche Defizite von bis zu 60'000 Franken. Einzelne Ratsmitglieder verstiegen sich in der heftigen Debatte zu ungebührlichen Äusserungen. Die SP-Fraktion wandte sich in einer Erklärung gegen jeden offenen oder kaschierten Rassismus.

Sicherheit und Sauberkeit

Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektorin Evi Allemann (SP) betonte, dass der Bund dem Kanton das Land im Baurecht für mindestens 30 Jahre zur Verfügung stelle. Dies zu einem Baurechtszins von «null Franken». Bessere Konditionen gebe es wohl nirgends. Allemann versprach, dass die Gemeinde Wileroltigen nichts mit dem Betrieb des Platzes zu tun haben werde. Dies werde der Regierungsstatthalter organisieren. Der Platz soll umzäunt und mit Sichtschutz versehen werden. Die ausländischen Fahrenden müssen eine Kaution und eine Standgebühr entrichten, so dass sie ein Interesse haben, den Platz sauber zu verlassen.

In Wileroltigen soll ein Transitplatz mit 36 Plätzen für bis zu 180 Personen entstehen. Das letzte Wort dazu dürfte aber die Stimmbevölkerung haben. Die Junge SVP hat am Nachmittag bereits angekündigt, das Referendum gegen den Kredit von 3,3 Millionen Franken und den Transitplatz zu ergreifen.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Ja kein böses Wort (es könnte sofort als rassistisch bezeichnet werden), zum Kredit von 3.3 Mil. Ja sagen und jetzt schon gegen die JSVP opponieren, weil sie das Referendum gegen diesen Transitplatz ergreifen werden! Das war die Mehrheits-Stimmung im Grossen Rat, als dieses Geschäft mit 113 zu 32 Stimmen elegant angenommen wurde! Hätten die 113 Grossräte(innen) auch Ja gestimmt, wenn sie alle in Wileroltigen wohnen würden oder es ein soziales Traktandum gewesen wäre, das 3.3 Mil. gekostet hätte?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen