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Mit den ausländischen Jägern geht dem Kanton Wallis viel Geld verloren
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 28.08.2020.
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Trophäenjagd Ausländer dürfen im Wallis keine Steinböcke mehr schiessen

Ab 2021 dürfen nur noch Walliser Jägerinnen und Jäger oder solche mit einem Walliser Jagdpatent Steinwild erlegen.

Ab dem nächsten Jahr dürfen Ausländer im Wallis keine Trophäenjagd auf Steinböcke mehr machen. Nur noch Jägerinnen und Jägern mit Wohnsitz im Kanton Wallis oder solche mit einem Walliser Jagdpatent dürfen Steinwild erlegen.

Diese neue Regelung hat der Kanton Wallis im Rahmen eines Fünfjahresbeschlusses entschieden, wie er am Freitag mitteilte. Im vergangenen Herbst hatten Medienberichte über reiche Ausländer, die im Wallis Steinböcke schiessen, eine Polemik ausgelöst. Eine Petition, die ein Verbot dieser Trophäenjagd forderte, wurde von rund 70'000 Personen unterzeichnet.

Das Interesse an der Steinbockjagd im Wallis war immer gross und die Warteliste lang. Die Jäger kamen aus der Schweiz, aber auch aus Deutschland, Spanien, Italien und sogar aus den USA und Südamerika.

Lukratives Geschäft

Sie konnten im Wallis ein sogenanntes Tagespatent lösen und in Begleitung eines Wildhüters Steinböcke schiessen. Je nach Länge der Hörner bezahlten sie dafür bis zu 20'000 Franken.

Für den Bergkanton war die Trophäenjagd bislang eine lukrative Angelegenheit. Sie brachte ihm jährlich mehrere Hunderttausend Franken ein.

Das neue Jagdregime bringt aus Sicht des Kantons aber auch Vorteile. Weil die Wildhüter künftig die ausländischen Jäger nicht mehr betreuen müssen, können sich diese vermehrt um die Grossraubtiere kümmern. Dieser Aufwand hat insbesondere wegen der Vermehrung des Wolfs in den vergangenen Jahren stark zugenommen.

Noch 25 Bewilligungen an Ausländer

Noch ist die Steinbocksafari aber nicht vorbei. Für dieses Jahr hat die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) 45 spezielle Tagesjagdbewilligungen erteilt. Davon gehen 25 an ausländische Jäger.

Insgesamt sollen in diesem Jahr bei der Jagd maximal 544 Stück Steinwild erlegt werden, 269 Böcke und 275 Geissen. Davon werden 323 Stück im Rahmen der ordentlichen Regulationsjagd durch die Walliser Jägerschaft erlegt.

Das übrige Kontingent werde durch Tagesjagdbewilligungen, Patentabschüsse und allfällige Hegeabschüsse durch die Wildhut abgeschöpft, heisst es im Communiqué. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) genehmigte den Abschuss von 56 alten Böcken (elf Jahre und älter).

Nach Angaben des Kantons ist der Steinbockbestand gesund und so gross wie noch nie. 2019 zählten die Walliser Wildhüter einen neuen Rekordbestand von 6030 Steinböcken. Dies deute auf ein biologisch gut funktionierendes Fortpflanzungssystem hin.

Kein Entscheid zum Gemsen

Während die Steinböcke von ausländischen Jägern nicht mehr auf's Korn genommen werden, hat der Staatsrat noch keinen Entscheid zu den Gemsen getroffen.

Peter Scheibler, Leiter der Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere, geht davon aus, dass die Praxis für Steinböcke auch auf Gemsen angewandt werden wird. Es sei aber noch kein formeller Beschluss gefasst worden, sagte er der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr ;

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Eva Wädensweiler  (E. W.)
    "Man spricht von " tierischen" Grausamkeit des Menschen. Aber das ist sehr ungerecht und für die Tiere wirklich beleidigend: Ein Tier kann niemals so grausam sein wie der Mensch, so ausgeklügelt, so kunstvoll grausam." (F. M. Dostojewski 1821-1881), russischer Schriftsteller.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Ich und viele Bekannte von mir machen genau aus diesen Gründen "Trophäenjagd und Wölfe" abschiessen keine Ferien mehr im Wallis. Wer Wildtiere so verachtet als seien sie eine Ware die meiden wir. Der Wolf gehört in ein gesundes Ökosystem. Man muss lernen mit ihm zu leben. Die Jäger beanspruchen gerne das Rotwild für sich - Neider. Der Wolf ist ein Wildtiere und soll es bleiben. Er und alle Wildtiere verdienen unseren Respekt. Mehr Herdenschutz für Schafe und Ziegen - dann klappt es.
    1. Antwort von Lily Mathys  (Alle vergeben)
      Und wo machen Sie Ferien? Graubünden schiesst auch ab inkl. Bären. Zu viel Rotwild vernichtet den Wald. Weder Wolf noch Luchs könnten so viel fressen (riesige Territorien).
  • Kommentar von Stefan Hunziker  (Stefan Hunziker)
    Endlich, endlich. Für einmal wieder eine gute Nachricht.
    1. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      In der Arena den Befürwortern des neuen Jagdgesetz zugehört, sind die Bedenken viel grösser geworden.
      Wenn die Befürworter*innen von einem pragmatischen Gesetz & einer präventiven Regulierung sprechen, muss es Menschen mit Empathie gegenüber allen Lebewesen übel werden.
      Und dann Frau Bundespräsidentin am Ende daraus noch ein Frauen-Thema macht - von Frauen gegenüber allen Bergbäuerinnen Solidarität einfordert - sie also für das neue Gesetz stimmen sollen - na ja.
      Die Gedanken sind frei.