Berner Traditionsfirma am Ende Trotzdem herrscht im Möbelkanton Optimismus

Nach über hundert Jahren schliesst die traditionsreiche Fraubrunnen AG. Händler und Produzenten sind sich dennoch einig: Die Berner Möbelbranche hat eine Zukunft – trotz schwierigen Rahmenbedingungen.

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Wie steht es um die Zukunftsaussichten?

0:44 min, vom 14.2.2017

Begonnen hat alles mit einer kleinen Schreinerei. 1912 wurden in Fraubrunnen die ersten Möbel hergestellt. Diese Geschichte findet Ende März nach über 104 Jahren ein Ende. Noch wird in Fraubrunnen produziert. «Es ist aber merklich ruhiger geworden», sagt Firmenchef André Hofer. Die meisten Maschinen hat die Firma schon verkauft.

«  Der Druck auf die Möbelbranche ist gross. »

André Hofer
Inhaber Fraubrunnen AG

«Das Marktumfeld ist wegen des starken Frankens sehr schwierig geworden», so Hofer. «Die Leute sind nicht bereit, hohe Preise zu bezahlen – ausser es sind Spezialanfertigungen.» Solche sehr individuelle Möbel kann die Firma aber nicht herstellen.

Doch noch Optimismus

Rund 50 Produzenten stellen in der Schweiz Möbel her – viele davon im Kanton Bern. Die Aussichten für die Schweizer Möbelbranche seien nicht per se schlecht, sagt Hannes Vifian, Präsident des Verbandes der Schweizer Möbelindustrie. «Die Firmen müssen sich aktiv anpassen», sagt Vifian, dem auch die Vifian Möbelwerkstätte AG in Schwarzenburg gehört. «Wir setzten mit Erfolg auf individuelle Inneneinrichtungen.» So produzieren die Schwarzenburger zum Beispiel auch die Inneneinrichtungen der BLS-Reisezentren in den Bahnhöfen.

«  Schweizer Möbel haben eine Zukunft »

Markus Ellenberger
Inhaber Möbelhalle Bern

Kann man mit Schweizer Möbeln also kein Geld mehr verdienen? Doch, sagt Markus Ellenberger. «Die Kunden fragen gezielt nach Schweizer Möbeln», sagt der Inhaber der Möbelhalle im Berner Lorrainequartier. «Wenn Schweizer Produzenten auf Kundenwünsche Rücksicht nehmen, ist ihnen der Erfolg garantiert.»