Uhren-Berufe boomen: Auf der Suche nach dem Erfolgsgeheimnis

Uhrmacher werden wollen viel mehr Interessierte, als es Lehrstellen gibt. Die Ausbildner bei der Swatch Group können unter den Besten auswählen. Der Bieler Weltkonzern profiliert sich mit Produkten «Made in Switzerland» - und hat Erfolg damit.

Der Ausbildungsleiter der ETA in Grenchen könnte jede Uhrmacherlehrstelle bis zu sieben Mal vergeben. Reto Kohli kann sich über mangelndes Interesse am traditionsreichen Beruf nicht beschweren. Die zur Swatch Group gehörende Uhrwerkmanufaktur bietet die meisten der insgesamt 340 Lehrstellen des Weltmarktführers Swatch Group an. Von diesen sind 90 für die Uhrenmacher-Ausbildungen reserviert.

Geschult wird: Sozialkompetenz

Insgesamt bietet der Uhrenkonzern rund 25 verschiedene Ausbildungsrichtungen an - zum Polymechaniker, Graveur, Goldschmied oder Mikroelektroniker. Viele davon sind ein unverzichtbarer Teil in der Kette der Uhrenherstellung. Der Branche mangelt es nicht an Interessenten für die Uhrmacher-Berufe - Fachleute in anderen Berufsgruppen jedoch sind rar. Deshalb bemüht sich die Swatch Group um Ausbildungen mit Mehrwert: Die Persönlichkeitsentwicklung und Sozialkompetenz werden gross geschriben.

Konzernchef Nick Hayek rühmt sich, einem Unternehmen vorzustehen, in dem die Mitarbeiter es wagen würden, mitzureden. Er glaubt, bei der Belegschaft Persönlichkeiten auszumachen, die nicht kuschen. Diese Eigenschaft passe zur Unternehmens-Philosophie. Jeder Mitarbieter - vom Lehrling bis zum Aktionär  - identifiziere sich mit dem Produkt.