Zum Inhalt springen
Inhalt

Umstrittene Ausstellung Anzeige gegen Berner «Bodies Exhibition» eingegangen

Eine Menschenrechts-Organisation erhebt eine Vielzahl von Vorwürfen. Doch wer steckt überhaupt hinter der Ausstellung?

Legende: Audio Verwirrung um die Ausstellungs-Leichen abspielen. Laufzeit 02:30 Minuten.
02:30 min, aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 10.10.2018.

Die umstrittene Ausstellung mit plastinierten Leichen wird zum Fall für die Justiz. Bei der bernischen Staatsanwaltschaft ist eine Anzeige gegen die Ausstellung und deren Veranstalter eingegangen.

Die Anzeige stammt von einer Menschenrechtsorganisation und umfasst eine Vielzahl von Vorwürfen, darunter Störung der Totenruhe.

Woher stammen die Leichen?

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

«Zum Tenor» der Anzeige gehörten auch Zweifel an der Herkunft der Präparate, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Christof Scheurer, eine Meldung der Tageszeitung «Der Bund» bestätigte. Im Vorfeld der Ausstellung wurde Kritik laut, bei den Leichen handle es sich möglicherweise um hingerichtete chinesische Dissidenten.

Hinter der aktuellen Ausstellung in Bern steht laut Medienberichten der Holländer Jan van Bergen. Dieser bestreitet dies jedoch gegenüber SRF News: «Ich bin nur ein Freund des Veranstalters, ich kann Ihnen nichts darüber sagen.» Er wisse nur, dass die Leichen aus den USA stammen würden und freiwillige Körperspenden seien.

Wie kamen die Präparate in der Schweiz?

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Auch die Eidgenössische Zollverwaltung kann keine Informationen zur Herkunft der Präparate liefern. Sprecher David Marquis sagt: «Bei einer Ausstellung kann man eine Anmeldung zur vorübergehenden Einfuhr machen. Das heisst, man muss nur eine Sicherheit hinterlegen, dass man die Ware nachher wieder ausführt.»

Gemäss van Bergen ist die deutsche Firma Huppertz GmbH für die Ausstellung verantwortlich. Ein Vertreter des Unternehmens bestätgte am Mittwochabend auf Anfrage, er könne die Herkunft der Präparate jederzeit dokumentieren, auch die Einfuhr in die Schweiz.

«Seit vier Jahren ist diese Ausstellung in ganz Europa unterwegs und nie gab es Probleme. Ich kann mir nicht erklären, woher das Gerücht stammt, es seien chinesische Dissidenten.» Tatsächlich taucht dieser Verdacht seit Jahren immer wieder auf, wo auch immer Körperausstellungen stattfinden.

«Bodies Exhibition»

Die Ausstellung im alten Tramdepot bietet laut Veranstalter rund 250 Exponate von einzelnen Gliedmassen, Organen sowie mehr oder weniger komplette Leichen. Sie dauert noch bis Ende Woche.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.