Umstrittene Hausdurchsuchung in Ostermundigen hat Folgen

Gegen Mitarbeiter der Kantonspolizei Bern hat der Basler Staatsanwalt ein Strafverfahren eingeleitet - unter anderem wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch, Körperverletzung und Gefährdung des Lebens.

Video «Strafverfahren gegen Kantonspolizei Bern» abspielen

Strafverfahren gegen Kantonspolizei Bern

4:27 min, aus Schweiz aktuell vom 27.5.2016

Einsatzkräfte der Polizei-Sondereinheit Enzian führten im vergangenen August in Ostermundigen eine Hausdurchsuchung durch - in einem Gebäude das von jungen Leuten zwischengenutzt wird. Der Einsatz galt einem vorbestraften Gewaltverbrecher, der jedoch nicht im Haus wohnte.

Die Polizei soll laut den Bewohnern mit massiver Gewalt vorgegangen sein. Türen seien zerstört worden und die Bewohnerinnen und Bewohner seien während mehrerer Stunden gefesselt worden. Nun hat der Basler Staatsanwalt Alberto Fabbri eine Strafuntersuchung eingereicht, wie er gegenüber der SRF-Sendung «Schweiz aktuell» bestätigt. Wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch, Körperverletzung, Gefährdung des Lebens, Hausfriedensbruch, Nötigung, Sachbeschädigung und Freiheitsberaubung.

Hürde für ein Strafverfahren ist hoch

Die Einleitung des Verfahrens sei ein wichtiger Schritt, sagt Stephan Schmidli, Anwalt der betroffenen Hausbewohner. «Dass der Staatsanwalt ein entsprechendes Verfahren eingeleitet hat zeigt, dass die Schilderungen der Betroffenen glaubwürdig sind.»

Nachdem die Kantonspolizei noch im September den Einsatz vehement verteidigt hat, schreibt sie nun in einer Mitteilung an «Schweiz aktuell», die Eröffnung des Strafverfahrens sei «eine logische Konsequenz» der eingereichten Anzeige. Wegen der laufenden Untersuchung will sie die Vorwürfe aber nicht weiter kommentieren.