Unkonventionelle Finanzierung des Herdenschutzes im Turtmanntal

Eine deutsche Hirtin, ein Hilfshirt und vier Herdenschutzhunde bewachen rund 500 Schafe und Ziegen im Turtmanntal. Ein umfassender Herdenschutz – finanziert auch von Wolfsbefürwortern.

Herdenschutz wird im Turtmanntal gross geschrieben. Alpchef René Bregy ist froh, dass er diesen Sommer die deutsche Hirtin Frauke Spengler noch einmal engagieren konnte. Im Vergleich zum Vorjahr wurden die Herdenschutzmassnahmen weiter ausgebaut.

«Wir haben die Zahl der Herdenschutzhunde verdoppelt und haben jetzt vier Herdenschutzhunde. Zudem haben wir noch einen Hilfshirten verpflichtet und wir spannen Elektrozäune, um die Schafe vor Wolfsangriffen zu schützen», erklärt René Bregy, Alpchef im Turtmanntal.

10 000 Franken vom Verein «CH Wolf»

Der Herdenschutz und die Schafsömmerung im Turtmanntal kosten rund 40'000 Franken. Ein Teil des Geldes kommt via Sömmerungsbeiträge vom Bund, einen Teil berappen die Schäfer selber und zudem übernimmt die landwirtschaftliche Beratungsstelle Agridea einen Monatslohn der Hirtin.

Doch dies allein würde nicht ausreichen, um die Kosten zu decken. Daher hat die Alpgenossenschaft Turtmanntal einen unkonventionellen Weg beschritten und beim Verein «CH Wolf» angeklopft, welcher sich für die Wiederansiedlung des Wolfs einsetzt.

«  Ohne das Geld von ‹CH Wolf› hätten wir die Sömmerung bereits dieses Jahr aufgeben müssen. »

René Bregy
Alpchef Turtmanntal

In der Augstbordregion und im Val d'Anniviers sind im Moment vier Wölfe unterwegs. Die Gefahr eines Wolfsangriffs ist daher gross. Die deutsche Hirtin Frauke Spengler spannt daher täglich Elektrozäune.

«Auf dieser Höhe Elektrozäune zu spannen ist harte Knochenarbeit. Aber wenn wir die Schafe nicht einzäunen, haben die Herdenschutzhunde keine Chance, die Wolfsangriffe abzuwenden», erklärt Frauke Spengler. Sie und Alpchef René Bregy hoffen darauf, dass die Herdenschutzmassnahmen greifen und dass man im Turtmanntal vor Wolfsangriffen verschont bleibt.