Valérie Lobsiger: «Bern hat ein grosses Angebot für Frankophone»

Die Liebe war der Grund, weshalb es Valérie Lobsiger von Frankreich nach Bern verschlug. Die 53-jährige lebt mittlerweile seit einem Vierteljahrhundert hier. Und fühlt sich wohl.

Portrait Valerie Lobsiger Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In ihrer Kolumne im «Courrier de Berne» beschreibt Valérie Lobsiger monatlich ihr Leben als Französin in Bern. Leonie Marti/SRF

Als Valérie Lobsiger Anfang der 1990er-Jahre Paris Richtung Grossbritannien verliess, hatte sie fest vor, wieder in die französische Hauptstadt zurückzukehren. Doch es kam anders. Beim Masterstudium lernte sie ihren künftigen Mann kennen – ein Deutschschweizer. Deshalb hiess ihr Ziel nach dem Abschluss nicht Paris, sondern Bern.

Zusatzinhalt überspringen

Frankreich in Bern

Vom 18. bis 20. Juli macht die Tour de France Halt in Bern. Grund genug, die französische Gemeinde in Bern unter die Lupe zu nehmen: Wie leben die Franzosen und Französinnen hier? Was schätzen sie, was weniger?

Unsere Porträts:

Mittlerweile ist die studierte Juristin eine Art Chronistin der Französischsprachigen in Bern geworden. Einmal im Monat schreibt sie in ihrer Kolumne in der französischsprachigen Zeitung Courrier de Berne über ihr Leben als Frankophone in Bern.

Thema ist da beispielsweise das Baden in der Aare. Denn das ist für Lobsiger, die in der Normandie aufgewachsen ist, auch nach über einem Vierteljahrhundert in Bern immer noch etwas Besonderes.

Immer sehr höflich

Lobsiger schätzt auch das kulturelle Angebot für Französischsprachige hier in Bern. Einmal pro Monat zeigt Konzert Theater Bern ein Stück auf Französisch. «Wir sind total verwöhnt», findet Lobsiger.

Was das gesellschaftliche Leben angeht, da verspürt sie allerdings ab und zu schon ein bisschen Wehmut: «Manchmal vermisse ich ein wenig die Spontaneität. Die Leute hier sind immer sehr höflich, aber auch ein bisschen zurückgezogen.»