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Legende: Audio Freddy Hunziker: «Die Leute rennen uns derzeit den Laden ein.» abspielen. Laufzeit 13:32 Minuten.
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 23.06.2019.
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Veganer Käse Aus einer Lebenskrise entstand das Unternehmen

Der 25-jährige Freddy Hunziker stellt eine vegane Alternative zu Käse her. Er sieht sich als Unternehmer und Aktivist.

Die Firma New Roots stellt in Thun eine vegane Alternative zu Käse her. Und hat damit Erfolg. In vier Jahren ist aus der Experimentierküche in der Wohngemeinschaft eine Grossproduktion im Stadtzentrum geworden. Und aus der Ideologie entstand ein Unternehmen, welches am Swiss Economic Forum 2019 mit dem Jungunternehmerpreis ausgezeichnet worden ist.

SRF News: Woher kommt das grosse Interesse an veganen Alternativen zu Käse?

Wir leben in der Schweiz in einem Land mit einer grossen Käsetradition. Und davon können wir sehr stark profitieren. Besonders im Ausland nimmt man uns immer stärker wahr.

Freddy Hunziker

Freddy Hunziker

Gründer und CEO «New Roots»

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25-jährige Freddy Hunziker ist der Kopf und CEO des Unternehmens News Roots in Thun. Der gelernte Polymechaniker war einst erfolgreicher Mountainbiker, bis er nach einer Sinnkrise vegan zu leben begann. Er gründete gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin Alice Fauconnet 2015 die Firma. Das Start-up produziert und vertreibt vegane Käseprodukte, die auf der Basis von Cashewkernen hergestellt werden.

Die Mund-zu-Mund-Propaganda zu unseren Produkten ist sehr gross. Die Leute rennen uns derzeit den Laden ein.

SRF News: Das erklärt das Interesse an veganen Produkten ja aber noch nicht.

Wir wenden wie bei der Käseherstellung natürlich auch traditionelle Verfahren an. Der einzige Unterschied zur Käse-Produktion ist eigentlich, dass wir an Stelle von Milch pflanzliche Proteine verwenden. In unserem Fall sind das Cashew-Nüsse. Daraus machen wir zusammen mit Wasser ein milchähnliches Produkt, das wir zu einer veganen Alternative zu Käse verarbeiten.

SRF News: Sie leben selber vegan. Wie kam es dazu?

Ich fuhr lange halbprofessionell Mountainbike-Rennen. Dann hatte ich einen schweren Unfall. Ich ging sechs Monate an Krücken. Ich versuchte mit allen Mitteln wieder Anschluss an die Spitze zu finden.

Das intensive Grübeln über unsere Tierhaltung brachte mich immer mehr auf den veganen Weg
Autor: Freddy HunzikerCEO «New Roots»

Auch bei der Ernährung ging ich über die Bücher. Gleichzeitig geriet ich in eine Sinnkrise. Viele Themen beschäftigen mich, da ich schon damals vegetarisch lebte. Das intensive Grübeln über unsere Tierhaltung brachte mich dann immer mehr auf den veganen Weg.

SRF News: Und wie wurde aus der Ideologie ein Geschäft?

In dieser Zeit lernte ich meine Freundin und heutige Geschäftspartnerin Alice Fauconnet kennen. Sie denkt gleich wie ich. Dank ihr habe ich mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt und bin geworden, wer ich heute bin. Wir assen mehr und mehr vegane Produkte und kamen eines Tages auf die Idee, man müsste es doch eigentlich auch schaffen, guten veganen Käse zu machen. Gesagt getan. Wir begannen in unserer WG-Küche zu experimentieren, holten uns dann immer mehr Fachwissen dazu. Wir begannen Läden zu beliefern und gewannen immer mehr neue Kunden. Dann expandierten in neue Produktionsräume.

Das Gespräch führte Michael Sahli

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Jana Berger  (Jana Berger)
    Das heutige Ausnutzen der Milchkuh lässt sich nicht damit begründen, dass wir es schon immer so machen. Wir befinden uns aktuell im gleichen Wandel wie bei der Abschaffung der Sklaverei, Rassismus oder der Einführung des Frauenstimmrechts. Dazu empfehle ich die Filme «Let us be heroes» und «Dominion» auf Youtube. Die Schweiz als «Käseland» sollte als Vorbild vorausgehen und dies können wir mit genau solchen innovativen und herzlichen Menschen schaffen!
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  • Kommentar von Jana Berger  (Jana Berger)
    Hallo Ueli
    Eine Milchkuh wird zum Grossteil künstlich besamt, denn nur nachdem sie ein Kalb auf die Welt gebracht hat, gibt sie auch Milch, also analog wie bei uns Frauen. Das Kalb wird der Kuh deshalb nach der Geburt weggenommen, da wir Menschen ja nun über die Muttermilch verfügen wollen. Ist das Kalb weiblich, so wird es später ebenfalls als Milchkuh gehalten. Ist das Kalb männlich, so ist es ein Abfallprodukt und wird in den nächsten Monaten getötet.
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  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Käse ist ein Naturprodukt aus Milch von Kühen. Was da aus irgendwelchen Nüssen zusammen mit Chemie gestampft und gemischelt wird, hat mit Käse nichts zu tun. Dieser innovative Produzent versucht hier ein minderwertiges Ersatzprodukt zu vermarkten.
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