Verletzte bei Demos von Türken und Kurden

In Bern ist es an zwei Demonstrationen zu Zusammenstössen zwischen Türken und Kurden gekommen. Mehrere Personen wurden verletzt. In der Nähe der Ausschreitungen fuhr ein Auto aus noch unbekannten Gründen in eine Gruppe von Menschen. Der Fahrer wurde ermittelt.

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Demonstranten und Polizisten verletzt

0:48 min, aus Tagesschau vom 12.9.2015

Rund um eine Demonstration von Türken und einer Gegendemonstration von Kurden sind in Bern mehrere Personen verletzt worden, darunter auch Polizisten. Laut der Polizei fuhr zudem ein Automobilist bewusst in eine Gruppe von Menschen. Der mutmassliche Lenker wurde verletzt ins Spital gebracht.

Auf einem Facebook-Amateur-Video ist zu sehen, wie ein Automobilist in eine Menschengruppe fährt. Auf dem Video wird wenige Sekunden später ein zweites, entgegenkommendes Auto von Demonstranten mit Fahnenstangen und Fusstritten angegriffen.

Nach dem Vorfall fuhren mehrere Ambulanzen vor, auch zu anderen Stellen der Stadt, wo es ebenfalls Verletzte gab. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot präsent und sperrte den Helvetiaplatz und die Kirchenfeldbrücke hinüber zur Altstadt ab. Der Platz und die Brücke blieben rund vier Stunden lang gesperrt.

Kurden wollten Demo verhindern

Laut der Berner Kantonspolizei hatten Teilnehmer der Gegendemo den Helvetiaplatz besetzt und die Polizeikräfte angegriffen. Danach kam es zu Scharmützeln mit den Teilnehmern der bewilligten Kundgebung.

Ein Mann, der sich gegenüber der Nachrichtenagentur sda als Vertreter der «Union Europäisch-Türkischer Demokraten» (UETD) ausgab, sagte, seine Vereinigung habe auf dem Helvetiaplatz gegen den «Terrorismus» und den aktuellen Kurdenkonflikt in der Türkei demonstrieren wollen. Dabei seien sie von PKK-Anhängern gestört worden.

Die UETD steht der türkischen Regierungspartei AKP nahe. Die Mitglieder seien jedoch keine «türkischen Nationalisten», hielt Hakan Gokbas fest.

Polizei trennte die beiden Lager

Kurden bestätigten gegenüber der sda, dass sie diese Demonstration stören wollten. Eine Kurdin begründete dies mit der Situation der türkischen Stadt Cizre, die von der türkischen Armee abgeriegelt ist und als Hochburg der kurdischen Arbeiterpartei PKK gilt. Laut der kurdischen Seite begann die kurdische Kundgebung vor jener der UETD.

Die Polizei trennte schliesslich die beiden Lager mit Gummischrot und Tränengas. Der Polizeieinsatz war am frühen Abend nach wie vor im Gang.