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Die Hitze hat Folgen für die Aprikosenernte
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Verzögerung bei Aprikosenernte Auf Walliser Aprikosen muss man länger warten dieses Jahr

Bei über 35 Grad setzt die Reifung aus. An der Strasse im Wallis gibt es deshalb erst jetzt einheimische Aprikosen.

Mehrere Tage kletterte das Thermometer im Wallis auf über 35 Grad. Letzten Sonntag war es in Sitten sogar 37 Grad heiss. Diese Hitzewelle führt nun zu einem Engpass bei den Walliser Aprikosen. In den letzten Tagen waren viele der Verkaufsstände entlang der Kantonsstrasse leer und verwaist. Erst heute sind die Stände aufgegangen.

Wärme grundsätzlich gut, aber...

Agronom Georg Bregy von der kantonalen Dienststelle für Landwirtschaft ist seit 13 Jahren in der Obstbranche tätig. Er sagt, dass den Aprikosen ein warmes Klima grundsätzlich gut bekomme. Nicht jedoch die Hitzewelle der letzten Woche. «Bei einer Temperatur von 35 Grad stellen die Aprikosen die Fotosynthese ein und hören auf, weiter zu reifen. Deshalb verzögert sich jetzt die Ernte im Wallis um rund fünf Tage.»

Dass die Aprikosen wegen der Hitze nicht reif werden, gab es im Wallis noch nie.
Autor: Georg BregyAdjunkt Diensstelle für Landwirtschaft

«Die Aprikosen werden zwar orange, sind aber innen noch hart und unreif», erklärt Georg Bregy, der mehrere Jahre Direktor des Schweizer Obstverbandes war. Immerhin hätten die Früchte durch die Hitze keinen Schaden genommen. Die Reifung der Früchte verzögert sich um zirka fünf Tage.

Manuela Bayard ist seit 2003 im Aprikosengeschäft tätig. Sie führt daneben das Hotel Relais Bayard in Susten. Sie sagt: «Es ist für mich neu, dass die Aprikosen auf Grund der Hitze ihre Reifung einstellen. So lernt man immer etwas dazu.»

Lieferengpass auch im Laden spürbar

Den Lieferengpass aus dem Wallis spüren auch die Grossverteiler. Der Detailhändler Migros hat Aprikosen im Angebot. Allerdings kommen diese aus Spanien und Frankreich. Wegen der verzögerten Aprikosenernte im Wallis wurde Migros ein Kontingent für den Import zugesprochen. Auch Coop verkauft aktuell kaum Walliser Aprikosen und setzt stattdessen auf Früchte aus dem Süden.

Bis Ende Woche könne der Lieferengpass an die Händler aber behoben werden, so die beiden Grossverteiler. Die Walliser Aprikosen kommen also später als sonst. Aber: Der Kanton Wallis rechnet alles in allem mit einer überdurchschnittlich guten Ernte von circa 8'000 Tonnen Aprikosen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Frage, ist eigentlich Diversifizierung und Mischkulturen und der Mittelwald im Wallis ein Thema? Eignete sich dieses Gebiet nicht geradezu vorzüglich für die Nutzungsweisen wie es Josef und Sepp Holzer mit ihrem Krameterhof vormachen? Siehe dazu ein erfrischend kühlender und grüner Beitrag: https://www.youtube.com/watch?v=6P81ZLODRQo ....
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  • Kommentar von B. Kaeser  (BK2)
    Dass sich die Pflanzen besser als der Mensch ans Klima anpassen kann ist wohl auch bekannt, oder ?
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    1. Antwort von Jacqueline Rosset  (rosseja1)
      Bekannt? So generell? Deshalb mussten zB weite Teile des Hardwaldes bei Birsfelden aus Sicherheitsgründen als Folge der letztjährigen Trockenperiode gesperrt werden bevor die verdorrten Bäume auf Menschen fallen? Nur so als Beispiel für Ihre Theorie.
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  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    Es handelt sich hier keineswegs um ein "neuen Phänomen" wie hier suggeriert, wenn Aprikosen-Pflanzen sogar ihren Stoffwechsel auf Hitzeperioden evolutionär anpassen. Das mag für erwähnten (Höhrsaal-)Adjunkten bei kantonaler Verwaltung nach 13 Jahren Dienstzeit "neu" sein, glaube wohl kaum, dass Aprikosenbauern mit über 50 Jahren Erfahrung das nicht schon längst wissen. In 1940er Jahren hatte man Reihe von Hitzesommer (extrem 1947), damals gab es sicher auch Aprikosenernten.
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    1. Antwort von Egon Egici  (egiciegon)
      Der von Ihnen geschmähte Beamte sagt ja auch lediglich, das habe es im Wallis noch nie gegeben. Das Phänomen kennt er ja durchaus (vielleicht aus dme Hörsaal), er erklärt es sogar.

      Dass das ein neues Phänomen sei, behauptet lediglich der Journalist.
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