Zum Inhalt springen

Header

Audio
Bundesgericht sieht bei Kindsschutz keinen Ermessensspielraum
Aus Rendez-vous vom 18.05.2017.
abspielen. Laufzeit 02:07 Minuten.
Inhalt

Bundesgericht gibt Kesb Recht Vorbestrafter Pflegevater darf Kind nicht mehr in Obhut nehmen

Das Bundesgericht hat es abgelehnt, einem wegen Kinderpornografie verurteilten Pflegevater die Obhut über ein Kind zurückzugeben.

  • Beim Kindesschutz gebe es praktisch keinen Ermessensspielraum, so das Bundesgericht.
  • Die Walliser Behörden, die Kesb, hätten richtig entschieden.
  • Der Pflegevater war zweimal wegen Kinderpornographie verurteilt worden.

Zurecht umplatziert

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) des Bezirks Brig hat ein sechsjähriges Pflegekind zurecht umplatziert, weil der Pflegevater zweimal wegen Kinderpornographie verurteilt wurde. Dies hat das Bundesgericht in einer öffentlichen Beratung entschieden.

Verfahren noch nicht abgeschlossen

Gegen den ehemaligen Pflegevater ist derzeit auch noch ein Verfahren wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern, mehrfacher sexueller Nötigung und mehrfacher Schändung vor dem Bundesgericht hängig.

Aufgrund des erstinstanzlichen Urteils in dieser Sache im November 2015 erfuhr die Kesb überhaupt erst von den Vorstrafen des Mannes.

Das Bundesgericht hält fest, dass der Obhutsentzug immer die «ultima ratio» sein müsse. Die Kesb müsse jedoch Gefahren vorbeugen, die für ein Kind bestünden. Es sei deshalb ein absolut vertretbarer Entscheid. Das Wohl des Kindes habe absolute Priorität.

Walliser Behörden wussten lange nichts von den Vorstrafen

Im Kanton Wallis ist die Dienststelle für Jugendschutz für die Auswahl der Pflegefamilien verantwortlich. Der Amtschef sagte gegenüber Radio SRF, seine Mitarbeiter hätten den Strafregisterauszug des Pflegevaters überprüft. Die Vorstrafe sei jedoch zu diesem Zeitpunkt gelöscht gewesen.

Im Juni 2014 wurde das kantonale Jugendgesetz revidiert. Deshalb halten es die Verantwortlichen für ausgeschlossen, dass sich ein ähnlicher Fall wiederholen kann. Seit der Revision ist ein verbesserter Austausch zwischen den verschiedenen Behörden möglich: Das Amt erfährt so auch von gelöschten Vorstrafen.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Philipp Etter  (Philipp Etter)
    Professionelle Behörden würden von Pflegeeltern einen Strafregisterauszug einfordern, BEVOR sie dort Kinder platzieren...
    1. Antwort von Hanspeter Müller  (HPMüller)
      Bericht lesen vor kommentieren lohnt sich zuweilen. "Der Amtschef sagte gegenüber Radio SRF, seine Mitarbeiter hätten den Strafregisterauszug des Pflegevaters überprüft. Die Vorstrafe sei jedoch zu diesem Zeitpunkt gelöscht gewesen." Der Kommentar wirkt dann kompetenter.
    2. Antwort von Philipp Etter  (Philipp Etter)
      @HPM Merci für den Hinweis! Ich versuchte den Artikel schon kurz nach Erscheinen zu kommentieren, was aber nicht gelang. Am Abend realisierte ich nicht, dass er inzwischen aktualisiert wurde...ich würde meinen, die Löschung aus dem Strafregister wurde in der ersten Version nicht erwähnt.
  • Kommentar von Nicolas Dudle  (Nicolas Dudle)
    Hä??? - Auch angeblich gelöschte Verkehrsstrafverfahren tauchen jahrzehntelang immer wieder auf, Vorstrafen aber nicht? nun denn...