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Bern Freiburg Wallis Wahl-Krach in der Walliser SP: Rossini verzichtet im Zorn

Der Favorit der SP Unterwallis, Ex-Nationalratspräsident Stéphane Rossini, verzichtet bei den Staatsratswahlen 2017 auf eine Kandidatur und tritt nicht gegen die amtierende Oberwalliser Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten an. Ist keine Klärung, sondern ein Hauskrach mit hässigen Tönen.

Stéphane Rossini
Legende: Rückzug im Zorn: Stéphane Rossini verzichtet auf eine Kandidatur bei den Walliser Staatsratswahlen 2017. Keystone

Als die SP Oberwallis die amtierende Briger Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten am 10. Juni für eine dritte Amtszeit nominierte, reagierten die Genossen im Unterwallis ungehalten. Dass die Oberwalliserin dem Favoriten der SP Unterwallis, dem früheren Nationalratspräsidenten Stéphane Rossini nicht freiwillig Platz machte, taxierte der Unterwalliser SP-Präsident als «überraschende Enttäuschung».

Nun zeigt sich, dass Stéphane Rossini diese Ausgangslage persönlich schlecht verträgt. In einer Erklärung am Donnerstag Morgen nimmt er sich für die Staatsratswahlen im Frühjahr 2017 aus dem Rennen - und greift dabei die Oberwalliser Genossen frontal an.

Es sei ein Putsch der SPO, ein Akt der Hegemonie und der Arroganz, der allenfalls einen SP-Regierungssitz gefährde. Ein Affront für das Unterwallis, so schimpft der ehemalige SP-Nationalrat.

Und Rossini zielt auch direkt auf seine Konkurrentin und hält ihr vor, dass sie im Herbst das Pensionsalter erreiche, «was für eine gewählte Sozialdemokratin nicht ohne politische Bedeutung sei».

«Er ist halt enttäuscht...»

Die bemerkenswert hässige Verlautbarung des Unterwallisers ist für die Präsidentin der SP Oberwallis, Grossrätin Doris Schmidhalter, «ein begreifliches Zeichen des Frustes und der Enttäuschung, im falschen Moment am falschen Platz zu sein». Sie sagt aber auch: «Ich wäre an seiner Stelle nicht so dreingefahren.»

Immerhin habe Rossini im Dezember gesagt, dass er nicht gegen Waeber-Kalbermatten antreten wolle. Dann habe die SP Unterwallis auf einen Entscheid gedrängt. «Und dann hat sich Frau Waeber-Kalbermatten entschieden und jetzt ist das auch wieder nicht recht.»

Die angeschossene Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten kommentiert die Verlautbarung von Stéphane Rossini nicht und hofft, dass sich die beiden SP- Regionalparteien finden. Dass sie allerdings den ihr bisher nicht geläufigen Begriff "Bashing" lernen musste, sei schon schwierig.

Damit fallen die Würfel am bevorstehenden Kongress der SP Unterwallis. Wenn er der Oberwalliserin die Unterstützung verweigert, würde aus dem Hauskrach wohl ein offener Bruch.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Diese SP ist auch schon langsam ideenlos und zankt sich nun selbst in den eigenen Reihen , anstatt einmal die Hausarbeit zu machen, für wen sie eigentlich Poiltik machen müssten . Da stimmen sie mehrheitlich gegen den Grundlohn für Alle und schwächen so den Binnenmarkt und stärken die Herren , die schon lange mehr zur Kasse gebeten gehören -BR Schneider und die Bauspekulanten der FDP selbst alle Multimillionäre ist doch noch nie etwas am Abgeben gelegen. Wacht endlich auf ihr SP -Leute !
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Der Rücktritt der Briger Apothekerin ist schon längstens mehr als überfällig. Aber von der Macht loslassen braucht halt Charakter..... Zu sagen ist noch, dass die Welschen im Wallis bevölkerungsmässig eigentlich die absolute Mehrheit stellen (ca. 70:30) und es ein grosses Entgegenkommen der französisch sprechenden Wallisern ist, dass die Oberwalliser zwei von fünf Staatsräten stellen können (mit dem Deutsch-Siderser Freysinger eigentlich sogar drei....) oder einen eigenen Ständerat.
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  • Kommentar von Peter Escher (Peter)
    Na ja, erstaunt ? Nein ! - die Oberwalliser Bevölkerung ist für viele, der Unterwalliser Bevölkerung, weil Deutschsprachig / Dialekt, " Minderwertig ". Der " Röstigraben " zwischen Oberwallis ( ab Salgesch ) und Unterwallis ( ab Sierre ), ist grösser als zwischen Wallis und Bern.
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      Ich (im Evolène geboren) würde da eher behaupten, dass es im Wallis ungefähr gleichviel Röstigräben gibt, wie es Seitentäler gibt. Die Visper und Briger sind einander das Futter neidig, gleiches spielt sich zwischen Sitten, Siders, Martinach und Monthey ab. Dass man die Oberwalliser als minderwertig behandelt, ist mir nicht bekannt, ebenso nicht, dass sich die Oberwalliser als schlechter behandelt vorkommen. Ich denke Ihre Meinung stammt noch aus Zeiten, wo Hans Wyer Staatsrat war....
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