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Mit Tiny Houses gegen die Abwanderung
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 24.08.2020.
abspielen. Laufzeit 01:22 Minuten.
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Walliser Bergdorf Albinen Tiny Houses sollen Abwanderung bremsen

Die Gemeinde kämpft gegen die Abwanderung: Nach Geldprämien für Zuzüger will sie auch auf ungewohnte Wohnformen setzen.

Das Dorf Albinen ist im Oberwallis schön gelegen, am Südhang, am Eingang zum Dalatal. Albinen ist – und so würden es wohl Auswärtige bezeichnen – auch ab vom Schuss. Die Kinder besuchen die Primarschule in Leukerbad oder die Orientierungsschule in Leuk-Stadt. 1941 lebten in Albinen 376 Einwohnerinnen und Einwohner; heute sind es noch 248.

Geldspritze, die für Aufsehen sorgte

Die Jungen sind in den letzten Jahrzehnten weggezogen – wie in vielen anderen Bergregionen auch. Damit das Dorf nicht überaltert und ausstirbt, hat die Berggemeinde Mitte 2017 ein neues Projekt lanciert: Wer sich in Albinen niederlässt, jünger als 45 Jahre alt ist und im Dorf investiert, erhält von der Gemeinde 25'000 Franken. Ein Ehepaar also 50'000 Franken und für jedes Kind zusätzlich 10'000 Franken. Die ungewöhnliche Wohnbauförderung sorgte weltweit für Schlagzeilen.

Video
Aus dem Archiv: Es lebe Albinen!
Aus Reporter vom 03.02.2019.
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Jetzt hat die Gemeinde eine neue Idee aufgenommen, um der Abwanderung weiter entgegenzuhalten. Diesmal geht es um Tiny Houses. Also um Kleinsthäuser mit einer Wohnfläche von nur gerade 30 Quadratmetern. Als eine Familie den Wunsch des eigenen Tiny House bei den Gemeindebehörden deponierte, stiess sie auf offene Ohren. «Wir müssen für alle Ideen offen bleiben, wollen wir etwas gegen die Abwanderung unternehmen», sagt Gemeindepräsident Beat Jost.

Mehrere Interessenten

Nun können sich die Gemeindebehörden in Albinen vorstellen, dass das Tiny House am Dorfrand nicht das einzige bleiben wird. Auf Anfrage bei der Gemeinde heisst es, es gäbe bereits mehrere Interessenten, die ebenfalls ein Tiny House in Albinen bauen wollten.

Gemäss Gemeindepräsident Jost verfügt Albinen über den Platz und die Bauzonen, wo solche Tiny Houses aufgestellt werden könnten – ohne das Ortsbild zu beeinträchtigen. Ihm schwebt nicht eine stärkere Zersiedelung vor, sondern viel mehr, die bestehenden Baulücken eben mit Tiny Houses aufzufüllen.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 6:31 und 17:30 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Hermann Roth  (Dr. Wissenschaftler)
    Ernstgemeinte Frage: wie gut ist die Internetverbindung in diesem Dorf? Hätte ich die Möglichkeit, 60-100% im Home Office zu arbeiten, würde ich sofort in ein solches Bergdorf ziehen.
  • Kommentar von Franziska Beetschen  (Himbeeri)
    Tolle Idee..... super wenn das umgesetzt wird!
  • Kommentar von Vanessa Grünig  (vgruenig)
    Diese Tiny Houses sind eine Ausgeburt des Individualismus und Eskapismus, und die eigentliche Idee dahinter ist nur schön und sinnvoll wo sie tatsächlich gebraucht werden können, wo dringender Wohnraumnotstand herrscht! Nur sind sie dort natürlich viel zu teuer weil ja alles am kranken westlichen Konsumstandard gemessen werden muss....und die Leute müssen in behelfsmässig selbstgebauten Behausungen wohnen. Ausserdem ändern die auch nichts am Grund des Zustands der Bergdörfer.
    1. Antwort von Samuel Nogler  (semi-arid)
      Ein Blick in die weite Welt zeigt ein ganz anderes Bild. In vielen armen Ländern sind Tiny Houses weit verbreitet und werden von der armen Bevölkerung bewohnt. Es werden ganze Slums damit gebaut, oder auch besser-dotierte Quartiere. Ich finde es sinnvoll, unser "Grössenwahn" mit grossen Wohnungen und Häuser zu überdenken und solchen kleinen Hàusern eine Chance zu geben.