Walliser Hotellerie kommt nicht in Schwung

Im ersten Halbjahr 2013 haben die Übernachtungszahlen in Schweizer Hotels leicht zugenommen, auch im kalten und nassen Monat Juni. Wachstum melden das Berner Oberland und die Region Bern. Die Walliser Hotellerie allerdings verliert wiederum Logiernächte.

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Bildlegende: Walliser Hotels verlieren nach wie vor Gäste. Der Ausweg aus dem Problem ist schwierig Keystone

Die Schweizerische Hotellerie ist gesamthaft gesehen offenbar aus dem Wellental aufgetaucht. 4 Prozent mehr Übernachtungen im Juni 2013 und ein Wachstum von 1,2 Prozent verglichen mit dem ersten Halbjahr 2012 zeigt die neuste Statistik des Bundes. «Die rückläufige Entwicklung ist zumindest stabilisiert», sagt der Verband Hotelleriesuisse. Der lange und kalte Winter habe die Wintersaison zwar etwas verlängert, aber gerade in den Bergen den Start ins Sommerhalbjahr verzögert. Dies hat auch dem Kanton Wallis geschadet. Er und der Kanton Graubünden gehören zu den Verlierern.

Walliser Hotellerie kommt nicht auf Touren

Regional gesehen sind die Unterschiede nämlich beträchtlich: Das Berner Oberland und die Region Bern haben zugelegt, das Wallis hat abermals verloren - 1 Prozent im Juni, 1,1 Prozent im ersten Halbjahr. Damit setzt sich in diesem Kanton eine Entwicklung fort, die den Fachleuten seit mehreren Jahren Sorgen macht.

«Das Jahr 2012 war auch kein gutes Tourismusjahr. Aber wir haben nicht mal das Mini-Wachstum anderer Destinationen», bilanziert der Visper Tourismusexperte Peter Furger, der noch bis Ende August die Abteilung Tourismus von Valais/Wallis-Promotion führt. «Der Vergleich der Hotel-Logiernächte über fünf bis zehn Jahre ist noch viel dramatischer, da liegen wir 10 bis 15 Prozent zurück. Wir müssen uns dringend Gedanken machen über Angebot, Rendite und Konkurrenzfähigkeit der Hotellerie.»

Ausländische Gäste legen zu, Schweizer Publikum relativ stabil

Zum Logiernächte-Wachstum im ersten Halbjahr 2013 haben die Schweizer Gäste nur zu einem halben Prozent beigetragen. Bei den Hotelgästen aus dem Ausland haben der Ferne Osten, China und Russland markant zugelegt. Dazu kommen auch die Belgier, die Engländer und die Amerikaner wieder vermehrt in die Schweiz. Die deutschen Gäste kamen abermals weniger und bei den Spaniern und Italienern schlug die Finanzkrise ihrer Heimatländer auf die Buchungszahlen.

Der Dachverband Hotelleriesuisse zieht daraus den Schluss, dass noch sehr viel mehr Kooperation und Anstrengung in der Hotelbranche nötig sei. Ein Lichtblick sei, dass der Buchungsstand in den schönen Sommerwochen im Juli und zu Beginn des Monats August sehr gut seien.