Wallis Walliser Pilotprojekt soll Zweisprachigkeit fördern

Nach Lehrabschluss können Jugendliche neu einen Arbeits- und Sprachaufenthalt im anderen Kantonsteil absolvieren. Die ersten Erfahrungen sind positiv.

Patrizia Burgener und Lisa Codalonga sitzen an einem Bürotisch. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Lisa Codalonga (rechts) wird unterstützt von ihrer Ausbildnerin Patrizia Burgener. SRF/ Priska Dellberg

Sie würde sich jederzeit wieder für einen Stage im Oberwallis bewerben, versichert Lisa Codalonga. Die junge Frau aus Sitten arbeitet für ein Jahr in einem Treuhandbüro in Naters. «Im Wallis ist Deutsch auch wichtig», sagt die kaufmännische Angestellte. Die französischsprachige Walliserin zögerte deshalb nicht, sich für einen einjährigen bezahlten Stage im Oberwallis zu bewerben.

«  Im Wallis ist es besonders wichtig, auch Deutsch zu sprechen. »

Lisa Codalonga
Sprach-Stagiaire

Die junge Frau ist Teil des Programms PROL2, das von der Walliser Dienststelle für Berufsbildung entwickelt wurde. Der Kanton Wallis möchte damit die Zweisprachigkeit fördern: Die Lehrabgänger arbeiten im jeweils anderen Kantonsteil und besuchen einen Tag pro Woche einen Sprachkurs.

Im ersten Jahr nehmen 18 junge Walliserinnen und Walliser teil am Programm, das Interesse für nächstes Jahr ist allerdings weit grösser.

Gute Erfahrung auch für die Unternehmen

Für Patrizia Burgener, die Ausbildnerin von Lisa Codalonga, hat sich die Stagaire bereits bewährt. «Sie ist sehr motiviert und zeigt viel Eigeninitiative.» Auch das Unternehmen profitiere davon, jemanden mit französischer Muttersprache angestellt zu haben. «Sie hilft uns nicht zuletzt auch im Austausch mit französischsprachigen Kunden», sagt Patrizia Burgener.

Ihr Unternehmen möchte auch im nächsten Sommer wieder einen Jugendlichen anstellen, der auf diese Weise seine Deutschkenntnisse verbessern will. Und Lisa Codalonga kann sich vorstellen, die neu erworbenen Fähigkeiten zu nutzen: Für einen Aufenthalt in der Deutschschweiz oder in Deutschland.