Freysinger entlässt Berater Walliser Regierung nimmt Freysinger-Entscheid unter die Lupe

Der Walliser Staatsrat will prüfen, wie es zur Ernennung des umstrittenen Sicherheitsberaters Piero San Giorgio gekommen ist. Unterdessen hat Oskar Freysinger die Zusammenarbeit mit ihm schon wieder beendet.

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Freysingers dubioser Berater

6:31 min, aus Schweiz aktuell vom 2.12.2016

Der Walliser Sicherheitsdirektor Oskar Freysinger verzichtet nach massiven Protesten auf die Beratungsdienste des «Überlebensspezialisten» Piero San Giorgio. Man werde ihn weder für aktuelle noch für künftige Gutachten anfragen.

«  Das ist nicht tragbar. »

Esther Waeber-Kalbermatten
Regierungspräsidentin

Der Schweizer Buchautor mit italienischen Wurzeln hatte mit einem Video auf Facebook für Empörung gesorgt. Darin hatte er sich abschätzig über kranke und behinderte Menschen geäussert. Das sorgte für grosse Empörung: Über 1300 Menschen hatten in einer Online-Petition verlangt, dass der umstrittene Berater sofort abgesetzt wird.

Untersuchung eingeleitet

Die Präsidentin der Walliser Kantonsregierung, SP-Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten, sagte am Freitag, die Regierung wolle die Hintergründe der Arbeitsgruppe und die Anstellung von Piero Falotti alias Piero San Giorgio untersuchen. Es gehe nicht, dass Berater angestellt werden, die sich derart menschenverachtend geäussert hat. «Das ist nicht tragbar.»

Oskar Freysinger hatte Falotti am Dienstag als Berater für eine Arbeitsgruppe präsentiert, die das Wallis auf Risiken von möglichen Krisen vorbereiten soll. Noch am Donnerstag hatte der SVP-Staatsrat den umstrittenen Experten in einem Interview mit der Tageszeitung «Le Nouvelliste» verteidigt.

«  Ich kann nicht bei allen schauen, was sie einmal auf Facebook geschrieben haben. »

Oskar Freysinger
Staatsrat

Er habe nichts von den Aussagen seines Beraters gewusst, sagt Oskar Freysinger auf Anfrage. Er habe 6000 Angestellte in seiner Direktion und da könne er nicht bei allen schauen, was sie einmal auf Facebook geschrieben haben. Und zudem seien es die Medien, die solche Geschichten hochkochen.