Walliser Richter sollen an die Kosten denken

Die Richter sollen bei ihren Urteilen vermehrt auch an die Kosten denken, die sie verursachen. Das wurde am Dienstag im Walliser Kantonsparlament verlangt.

Ein Wärter schliesst eine Gefängnistüre. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Kosten für den Straf- und Massnahmenvollzug - im Bild das «Prison des Iles» in Sitten - sind stark gestiegen. Keystone

Zur Diskussion stand ein Zusatzkredit von 2,6 Millionen Franken für die Kosten, die durch die Unterbringung und die Therapien von Straftätern entstehen. Seit 2010 haben sich diese Kosten im Wallis vervierfacht. Das sei, so die Finanzkommission, ein enormer Kostenanstieg.

German Gruber von der CSP Oberwallis meinte deshalb: «Trotz Gewaltentrennung sollten wir von Richtern doch immerhin verlangen, dass sie in Zukunft auch vermehrt an die Kosten denken, die sie mit ihren Urteilen verursachen.»

Der zuständige Staatsrat Oskar Freysinger stimmte dieser Einschätzung zwar zu, sah aber das Problem nicht nur bei den Richtern: «Das ist ein Gesellschaftsproblem. Die Straftäter werden immer brutaler und die Ursachen für die Straftaten immer komplexer», sagte er im Parlament.