Walliser Verleger soll Fiskus 54 Millionen vorenthalten haben

Der Besitzer der Westschweizer Wirtschaftszeitung «L'Agefi», Alain Duménil, wird schwerwiegender Steuerdelikte verdächtigt. Er soll dem Fiskus nahezu 54 Millionen Franken vorenthalten haben.

Duménil weist die Vorwürfe zurück, wie das Westschweizer Magazin «L'Hebdo» und der «Tages-Anzeiger» am Donnerstag berichteten. Der in Crans-Montana im Wallis wohnhafte französisch-schweizerische Geschäftsmann habe es unterlassen, in den Jahren 2004 bis 2008 ausserordentliche Dividenden der Immobiliengesellschaft Acanthe Développement in Paris, bei der er Mehrheitsaktionär ist, den Steuerbehörden zu melden.

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Bildlegende: Alain Duménil. zvg

Zudem wird er verdächtigt, Anteile an einigen französischen Gesellschaften zu besitzen, deren Existenz er den Steuerbehörden nie angegeben haben soll. Zwischen 2003 und 2011 soll er insgesamt 54 Millionen Franken an Einkommen den Steuerbehörden vorenthalten haben. Dies entspreche einer Summe von rund 20 Millionen Franken, die er an Steuern hätte zahlen müssen.

Die Walliser Steuerbehörden bestätigten in einer Mitteilung, dass ein Verfahren am laufen sei, auf kantonaler wie auch auf nationaler Ebene. In diesem Zusammenhang kam es auch zu Hausdurchsuchungen, so insbesondere am Wohnort des Verdächtigten. Parallel dazu hat die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) die Beschlagnahmung von Immobilien und Konten von Duménil angeordnet.

Klagen und Rekurse angekündigt

Duménil kündigte am Donnerstag an, dass er die beiden Presseorgane einklagen werde, welche die Sache publik gemacht haben. Er sprach von einem «enormen Skandal» und einem Destabilisierungsversuch gegen seine Person, die er mit seinem Interesse am Kauf der Zeitung «Le Temps» in Verbindung bringt.

Zum Vorwurf der Steuerhinterziehung sagte Duménil, er habe die erhaltenen Dividenden für die zehn Prozent der Aktien, die sich in seinem privaten Besitz befänden, deklariert und versteuert. Die Dividenden der 40 Prozent der Aktien, die er über seine Gesellschaften in Luxemburg halte, seien Gegenstand der Besteuerung seiner Firmen in Luxemburg, sagte er.