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Legende: Audio Die Unterschiede zwischen Einweg- und Mehrweggeschirr abspielen. Laufzeit 03:33 Minuten.
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 05.07.2019.
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Waschen statt wegwerfen Ist Mehrweggeschirr wirklich ökologischer als Einweggeschirr?

Mehrweggeschirr wird von Veranstaltern oft nur für einzelne Events gemietet, nicht gekauft. Deshalb wird es mit Sattelschleppern quer durch die Schweiz transportiert. Mehrere Städte und Gemeinden debattieren schon länger über eine Pflicht für Mehrweggeschirr, der Kanton Basel-Stadt hat sie bereits schon seit zwei Jahren, im Kanton Bern gilt sie neu seit dem 1. Januar 2019.

Die neue Regeln im Kanton Bern

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Seit dem 1. Januar 2019 gilt die neue Gewerbeverordnung. Veranstalter von Anlässen mit mehr als 500 Personen müssen zwingend auf Mehrweggeschirr zurückgreifen. Es gibt aber Ausnahmen.

Eine Ausnahmebewilligung hat aber beispielsweise das Gurtenfestival, da sie kurz vor der Einführung der Mehrweg-Pflicht bereits Einweggeschirr für die nächsten drei Jahre gekauft haben.

Mehrweggeschirr ist aber nicht gleich Mehrweggeschirr, sagt Peter Gerber, der Leiter der Abteilung Ökobilanzen beim Bundesamt für Umwelt. Man müsse da unterscheiden. Nicht alle seien wirklich umweltschonend.

Peter Gerber

Peter Gerber

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Peter Gerber arbeitet in der Sektion Konsum und Produkte des Bundesamtes für Umwelt. Er leitet die Abteilung Ökobilanzen.

SRF News: Ist es trotz Transport aus ökologischer Sicht sinnvoll, Mehrweggeschirr zu benutzen?

Peter Geber: Ja, man muss stets den ganzen Lebenszyklus von Mehrweggeschirr betrachten. Dieser beginnt bei der Herstellung. Aus Erdöl wird Kunststoff gemacht, woraus ein Produkt geformt wird. Bei Einwegprodukten wird dies nach dem einmaligen Benutzen weggeworfen, bei Mehrwegprodukten wird es gewaschen und erst nach mehrmaligem Gebrauch entsorgt.

Man muss stets den ganzen Lebenszyklus betrachten.

Wenn ein Mehrwegbecher 25-mal gewaschen wird, also 25 Umläufe hat, ersetzt er 25 Einwegbecher. Und gerade die Produktion dieser Becher wäre umweltbelastend. Einweg ist also die deutlich schlechtere Variante, gegenüber Mehrwegprodukten, die oft benutzt werden können.

Diese Mehrwegbehältnisse sind meistens aus Plastik, da an Grossveranstaltungen wie Festivals kein Glas eingesetzt werden darf. Auch Plastik geht irgendwann kaputt. Warum haben wiederverwendbare Plastikbecher trotzdem die bessere Ökobilanz?

Nicht alle Produkte sind aus dem gleichen Stoff. Es gibt Produkte, die sind hart und können viele Umläufe beanspruchen, ohne dass sie kaputt gehen. Das macht den Unterschied aus, das macht sie im Vergleich zu Einwegbechern energiesparender.

Eine Alternative, die die neue Gastgewerbsverordnung vorsieht, ist der Einsatz von kompostierbarem Geschirr. Wie sinnvoll ist diese Alternative?

Wenn Geschirr kompostierbar ist, will der Hersteller damit signalisieren: Das Geschirr ist aus nachwachsenden Rohstoffen. Kompostiert wird es aber nicht im eigentlichen Sinne im Hauskompost, es muss in speziellen industriellen Kompostieranlagen entsorgt werden.

Es gibt aber auch dort keinen Dünger daraus. Es erfolgt keine Bodenverbesserung durch den Kompost. Betrachtet man die gesamte Ökobilanz eines Produkts, ist die Entsorgung nur ein kleiner, fast unbedeutender Bestandteil.

Die Entsorgung ist nur ein kleiner Teil der gesamten Ökobilanz.

Bei nachwachsenden Rohstoffen ist der Anbau der Pflanze der Teil, der Energie verbraucht: Wasser, Traktorfahrten, Dünger, Pflanzenschutzmittel. Das fällt gegenüber der Entsorgung mehr ins Gewicht. Die Umweltbelastung ist sogar im Vergleich zu Einwegplastikbecher nicht wirklich besser.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Kläger  (Hans Kläger)
    Wieder so eine unnütze Geschichte!
    Die Pflege und Herstellung dieser Kunststoffteile ist bestimmt nicht dienlicher für die Natur.
    Ausserdem habe ich persönlich eine Abneigung gegen diese teilweise schmuddeligen Becher
    zB im Fussballstadion.
    Ich verzichte gerne auch wenn ich Durst/Lust habe etwas zu trinken.
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  • Kommentar von Andreas Mosch  (Andy308)
    Ich finde den Einsatz von Mehrweggeschirr gut. Jedoch bin ich der Meinung, dass der grosse Einfluss auf die Ökobilanz nicht vom Teller kommt, sondern von dem was darauf liegt.
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    1. Antwort von Samuel Nogler  (semi-arid)
      In diesem Fall wohl nicht, bei einem Geschirr, das nur für das eine Mal an einem Ort verwendet wird und anschliessend entweder weit transportiert, oder entsorgt wird.
      Bei den üblichen Essgewohnheiten spielen diese natürlich eine deutlich grössere Rolle als das Geschirr, ausser man benutzt auch zuhause Einweggeschirr oder kauft alle drei Wochen neues Geschirr, weil das alte einem nicht mehr gefällt.
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