Wasserkraft-Projekt Das Gesuch für die Trift-Staumauer wird eingereicht

Das grösste Wasserkraft-Projekt im Kanton Bern geht in die nächste Runde. Aber gebaut wird noch lange nicht.

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Gesuch für Trift-Staumauer wird eingereicht

5:05 min, aus Schweiz aktuell vom 13.11.2017

Fast 170 Meter hoch soll die neue Staumauer im Triftgebiet im Berner Oberland werden. Kostenpunkt: 390 Millionen Franken. Das Kraftwerk soll dereinst jährlich 145 Kilowattstunden Strom produzieren – was dem Jahresverbrauch von 30'000 Haushalten entspricht. Es ist derzeit das grösste Wasserkraft-Projekt im Kanton Bern, geplant von den Kraftwerken Oberhasli KWO. Für die KWO soll der Triftstausee in erster Linie eine Art Winterbatterie werden.

«  Speicher sind sehr wichtig. »

Benno Schwegler
Projektleiter KWO

«Durch Speicher lässt sich Strom vom Sommer in den Winter verlagern, wo er dann auch wirklich gebraucht wird», sagt Benno Schwegler, Projektleiter bei den KWO. Möglich gemacht hat das Projekt der Rückzug des Triftgletschers. So wurde eine Geländemulde freigelegt, in der sich ein Gletschersee bildete.

Trotz der Grösse wenig Widerstand

Stauseeprojekte waren im Kanton Bern stets umstritten. Naturschützer wehrten sich etwa gegen die Erhöhung der Grimselstaumauer. Das ist nun beim Trift-Projekt anders: Verschiedene Umweltverbände wurden vom Kanton früh einbezogen. So stellen sich etwa Pro Natura und der WWF heute hinter das Trift-Projekt. «Es braucht Konzessionen – und wir sind bereit, solche zu machen», sagt Jörg Rüetschi vom WWF Bern.

Die Staumauer in einer Visualisierung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: So soll die Trift-Staumauer einmal aussehen (Visualisierung). zvg/ Kraftwerke Oberhasli

Die Umweltverbände erhoffen sich aber auch Konzessionen von Seiten des Kantons: Konkret soll dieser auf den Bau von neuen Kleinwasserkraftwerken verzichten. Die zuständige SP-Regierungsrätin Barbara Egger sagt dazu: «Wenn Trift dereinst wirklich gebaut sein wird, dann kann der Kanton auf die Konzessionsvergabe von Kleinwasserkraftwerken verzichten.»

Gegner hat die Staumauer am Triftgletscher dennoch. Etwa den «Grimselverein», der sich seit Jahren gegen die Erhöhung der Grimselstaumauer wehrt. Vereinspräsident Hans Anderegg sagt zum Trift-Projekt: «Zunächst wird hier eine wunderschöne Landschaft kaputt gemacht.» Und dann könne man mit Speicherkraftwerken niemals ersetzen, was an Strom fehle, wenn man die AKWs abstellen werde.

Die KWO reichen das Konzessionsgesuch am Dienstag ein. Es wird später vom Kantonsparlament behandelt. Ein möglicher Bauentscheid wird frühestens in vier Jahren erwartet.